SANDKRUG /HATTEN Anpfiff: Sechs Mädchen in schwarzen Trikots stürmen auf das gegnerische Tor zu. Leona Pott mit der Nummer 5 gibt den Ball an Wiebke Neelen ab. Sie fängt, springt am Kreis ab und versenkt den Ball in der rechten Ecke des Kastens. „Ich liebe Handball, weil ich hier so richtig Gas geben kann“, sagt die blonde Torschützin begeistert.

Von Anfang an zeigten die B-Jugend-Handballerinnen der TSG Hatten-Sandkrug ihren Gegnerinnen aus Varel, wer als Sieger aus der Halle gehen wird. Mit einem 20:12-Sieg festigten sie ihren Spitzenplatz in der Landesliga. Den großen Erfolg ihrer Mannschaft begründet Wiebke mit dem guten Zusammenhalt: „Wir unterstützen uns, statt uns anzuzicken.“

Leona will diesmal selbst die Chance zum Tor nutzen, wird jedoch gefoult und stürzt der Länge nach hin. Doch ohne zu zögern steht sie wieder auf und spielt weiter, als wäre nichts gewesen. Die Mädchen sind hart im Nehmen. „Mir ist es wichtig, Sport zu machen und beim Handball habe ich neue Freundinnen gefunden“, begründet die 15-Jährige ihre Begeisterung. Auch außerhalb der Halle treffen sich die Mädchen, um ins Kino zu gehen oder einfach nur zu quatschen.

Damit drei A-Jugendliche ebenfalls spielen können, nehmen die 13 B-Mädchen die Doppelbelastung auf sich und spielen zusätzlich in der A-Jugend der Regionsoberliga. Hier stehen sie auf Platz zwei der Tabelle. Für Annike Held, 17 Jahre alt und A-Jugend-Spielerin, ist es daher selbstverständlich, dass sie die B-Mädchen zu den Landesligaspielen begleitet, obwohl sie hier nicht mehr auflaufen darf. „Schließlich müssten sie ja nicht in der A-Jugend spielen“, weiß die Torhüterin den Einsatz der anderen zu schätzen. Früher tanzte Annike Ballett. Vor fünf Jahren ist sie dann über ihre älteren Brüder zum Handball gekommen, die bereits für die TSG spielten. Auch Coach Holger Herwig möchte auf Annike nicht verzichten, denn sie springt schon einmal als Co-Trainerin ein.

Die beiden verletzten Spielerinnen, Merle Paulus und Jana Andresen, ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, ihre Mannschaft beim Spiel wenigstens moralisch zu unterstützen. Dabei ist Merle erst im Frühjahr von Hude, wo sie wohnt, nach Sandkrug gewechselt und nimmt jedes Mal den langen Weg zum Training auf sich. Auch Maria Stolle hat es nicht bei ihrem alten Verein, dem DSC Oldenburg, gehalten. „Ich wollte höherklassig spielen und hatte Lust auf etwas Neues“, begründet die Handballerin ihre Entscheidung. Sie spielt bereits, seit sie fünf Jahre alt ist und gilt damit die Erfahrenste der Truppe.

Fragt man die Spielerinnen, wer die Leistungsträgerinnen sind, lautet ihre einhellige Antwort: „Das Team ist das wichtigste, nicht die Einzelne.“

Auch Herwig macht die Arbeit mit den Mädchen sichtlich Spaß. Er lobt nicht nur ihre spielerischen Stärken und den hervorragenden Teamgeist: „Auch wenn sie es nicht gerne hören: Ich habe noch nie eine so disziplinierte Mannschaft betreut.“ Vor dem Spiel braucht er gar nichts zu sagen, von ganz allein laufen sie auf das Feld, um sich aufzuwärmen. „Ich könnte die Mädchen selbst mitten in der Nacht wecken, sie würden sofort einen Ball in die Hand nehmen“, schwärmt der Trainer von ihrem Engagement.

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