Großenkneten Freitagabend, Flutlicht, das Spitzenspiel in Großenkneten zwischen den Kreisligafußballern des TSV und dem TuS Heidkrug ist keine zwölf Minuten alt. Bei einem Gästeangriff wird der Ball von der Großenkneter Abwehr aus der Gefahrenzone geköpft und landet über eine Zwischenstation beim in der eigenen Hälfte gestarteten Mattis Asche. Der nimmt den Kopf hoch, zögert nicht, als Heidkrugs Torwart Maximilian Hiller zu weit vor seinem Gehäuse steht, und zieht von der Mittellinie ab – 1:0. „Ich hab’s dann einfach mal probiert“, sagt Torschütze Mattis Asche grinsend.

Sein Treffer war der Dosenöffner zur erneuten Tabellenführung des TSV Großenkneten. Die Mannschaft von Kai Pankow führt das Ranking mit zwei Zählern vor Heidkrug an. Mit sieben Saisontoren hat Asche seinen Anteil. Damit steht er aktuell auf einer Stufe in der Torjägerliste mit den ebenfalls Zweitplatzierten Dominik Entelmann und Zinar Sevimli (beide Atlas II). Der bescheidene TSV-Stürmer sieht den größten Erfolgsfaktor allerdings in der stabilen Defensive. „Letztes Jahr um diese Zeit hatten wir schon über 15 Gegentore“, sagt Asche. Aktuell sind es nur drei – mit Abstand Ligabestwert. „Wenn man hinten gut steht, fällt es vorne leichter, Chancen zu kreieren.“ Außerdem hätten alle Mitspieler gegen Heidkrug toll gekämpft.

Dass Mattis Asche in Großenknetens Offensivabteilung aufläuft, hat er einer aus der Not heraus geborenen Idee zu verdanken. Der gelernte Innenverteidiger hatte sich im Frühjahr verletzt. Als Asche in der Sommervorbereitung sein Comeback feiern wollte, musste er auf der Bank Platz nehmen. „Ihm fehlte noch die Power für die Defensive“, blickt Co-Trainer Klaus Delbanco zurück: „Von Mattis kam dann der Impuls, vorne zu spielen.“ Ein echter Glücksgriff. „Er ist ein guter Fußballer, der seinen Körper einsetzt und zweikampfstark ist. Dass er dazu noch trifft, ist für uns doppelt gut“, freut sich Delbanco. Der Torjäger sieht seine größte Stärke dagegen im Kopfballspiel: „Schließlich bin ich groß.“

Am Freitagabend tritt Großenkneten erneut im Stadion Am Esch an. Dieses Mal ist Nachbar FC Huntlosen zu Gast. Die Platzherren gehen als Favorit gegen den Tabellenneunten in die Partie. Ein Spaziergang wird es laut Stürmer Mattis Asche jedoch nicht: „Ein Derby gegen Huntlosen ist immer schwer zu spielen.“ Tatsächlich wartet der TSV seit dem Huntloser Aufstieg vor zwei Jahren noch immer auf einen Dreier. „Huntlosen wird kämpferisch alles dagegenhalten“, sagt Asche: „Es wird eine ganz knappe Kiste. In unserer jetzigen Form muss aber der Sieg das Ziel sein.“

Ob Asches Traumtor, das in einem Video im Internet festgehalten ist, noch größere Berühmtheit erlangt, steht indes noch zur Debatte. Mannschaftsintern sei schon überlegt worden, das Video weiterzuleiten, damit ihr Torjäger eventuell am Torwandschießen des ZDF-Sportstudios teilnehmen kann. „Mir persönlich ist das fast schon etwas unangenehm“, erklärt Asche. „Zum Torwandschießen würde ich aber trotzdem antreten wollen...“

Niklas Grönitz Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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