Großenkneten Als Sebastian Wedermann am vergangenen Sonntag in die Großenkneter Sporthalle kam, traute er zunächst seinen Augen kaum: Im Handballspiel der Frauen-Regionsklasse zwischen „seinem“ TSV Großenkneten und dem TSV Ganderkesee stand es nach sechs Minuten 3:0. „Führen wir wirklich?“, fragte der Abteilungsleiter der Großenkneter Handballer. Es war kein Irrtum – und sollte sogar noch besser kommen. Denn mit 13:9 feierten die TSV-Frauen den ersten doppelten Punktgewinn in dieser Saison und damit auch den ersten Sieg nach ihrer Neugründung.

Vor knapp zwei Jahren gehörte Wedermann zusammen mit Jasmin Denkena und Helge Schomacker zu den Initiatoren des Projekts „Handballdamen“, mit dessen Verlauf der Abteilungsleiter heute zufrieden ist. Die Entwicklung der Mannschaft stimme ihn sehr zufrieden. „Alle haben sich von Anfang an nahtlos integriert“, berichtet Wedermann. Zunächst trainierte das Team ausschließlich und sammelte Erfahrungen in Testspielen – die überwiegend mit Niederlagen endeten. Dennoch entschied sich die Mannschaft vor der aktuellen Saison 2017/18 dazu, am Spielbetrieb teilzunehmen. Es war ein echter Neustart, denn zuletzte kämpfte eine TSV-Frauenmannschaft im Jahr 2009 offiziell zum Punkte.

Handballerinnen trainieren montags

Das erste Treffen zur Gründung einer Frauen-Handballmannschaft gab es am 18. Januar 2016. Es folgten Trainingseinheiten und Testspiele. Seit dieser Saison nimmt die Mannschaft offiziell am Spielbetrieb teil.

Das Training findet immer montags ab 18.30 in der Sporthalle Am Esch statt. Interessierte können gerne dazustoßen.

„Wir wollten es versuchen“, erzählt Coach Renke Wessels. Er übernahm erst kurz vor dem Saisonstart das Traineramt von Boris Toben, der aus zeitlichen Gründen nicht länger zur Verfügung stand. „Ich habe mich von meiner Tochter überreden lassen, die selbst in der Mannschaft spielt“, erklärt der 40-Jährige, der als aktiver Handballer mit der TSG Hatten-Sandkrug bis zur Regionalliga aktiv war. Bei den Spielerinnen in Großenkneten hat sich mittlerweile ein fester Stamm von 14 Frauen zwischen 17 und 36 Jahren gebildet. „Zwei 15-jährige Nachwuchsspielerinnen sind auch immer dabei und unterstützen das Team. Der Zusammenhalt ist eine unserer Stärken“, freut sich Wessels. Zum Kader gehören auch viele richtig Neulinge, die vorher noch gar nichts mit Handball zu tun hatten. „Wir mussten ihnen erst einmal die Regeln erklären“, sagt der Trainer.

Doch der sportliche Fortschritt sei mittlerweile klar erkennbar. Nach vier zum Teil deutlichen Niederlagen, bei denen die TSV-Frauen zusammen gerade einmal 20 Tore geworfen hatten, gab es nun den ersten Saisonsieg. „Schon vorher blieb die Stimmung gut, und es wurde noch härter trainiert. Umso erfreulicher ist es, dass bereits im fünften Spiel der erste Erfolg gefeiert werden konnte. Die Mädels haben das ganze Spiel über super gekämpft und sich den Sieg mehr als verdient“, sagt Wedermann. Primäres Saisonziel sei es, „dass wir die Mannschaft zusammenhalten und dass alle Spielerinnen weiter Lust am Handball haben“, betont Wessels. Dennoch wünscht er sich bis zum Saisonende noch ein paar mehr Siege – um Verantwortliche und Fans weiter ins Staunen zu versetzen...

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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