Großenkneten Groß war die Freude im Frühjahr bei den Nachwuchskickern des TSV Großenkneten, die in den älteren Jahrgängen eine Spielgemeinschaft mit dem FC Huntlosen bilden. Denn neben den beiden Kreisliga-Meisterschaften der B- und C-Jugend bejubelten die Kneter auch noch den Aufstieg der A-Jugend in die Bezirksliga.

Auf Bezirksebene wird in der an diesem Wochenende beginnenden Saison tatsächlich allerdings nur die B-Jugend der SG spielen. Die C-Jugend verzichtete vernünftigerweise auf ihren Aufstiegsanspruch, da der spielstarke 2004er-Jahrgang in die B-Jugend wechselte. Der A-Jugend indes, die über einen bezirksligatauglichen Kader verfügt hätte, blieb der Sprung in die höhere Spielklasse am grünen Tisch verwehrt. Grund dafür sind widersprüchliche Ausschreibungen des Fußball Kreises und des -Bezirks.

Rückblende: In der Hinrunde lösten die A-Junioren der SG Großenkneten-Huntlosen im vergangenen Jahr nach einem Durchmarsch (9 Siege aus 9 Spielen) als Meister der Qualifikationsliga das Ticket für die neuformierte Kreisliga Cloppenburg, Vechta, Oldenburg-Land/Delmenhorst. Für den Aufstieg in die Bezirksliga galt es dann im zweiten Saisonteil in dieser stark besetzten Kreisliga, sich als bester Verein aus Oldenburg-Land/Delmenhorst zu platzieren – das besagte zumindest die Ausschreibung auf Kreisebene. Das von Jan Schindler, Michael Cording und Frank Melle betreute Team brauchte also am Ende in der Tabelle „nur“ vor Mitaufsteiger Atlas Delmenhorst zu stehen, was in beeindruckender Manier gelang: Währen Atlas abgeschlagen auf dem zwölften und somit letzten Platz rangierte, erkämpfte sich die SG einen sehr guten fünften Platz. „Danach begannen im Prinzip schon die Vorbereitungen auf die neue Saison, in der wir fest mit der Bezirksliga geplant und dafür auch gemeldet hatten“, berichtet Großenknetens Herren-Obmann Simon Koronowski, der sich in seinem verein auch für die Belange der Jugend engagiert.

Als dann allerdings im Sommer die Spielklasseneinteilung veröffentlicht wurde, suchten sich die Großenkneter A-Junioren in der Bezirksliga vergeblich. Die Begründung: Der Bezirksverband Weser-Ems erkannte die Kreisliga-Ausschreibung nicht an und weigerte sich, die SG in die Bezirksliga aufsteigen zu lassen. „Bei uns sprengt der Nichtaufstieg alle Planungen für die Zukunft“, ärgerte sich Großenknetens Jugend-Obmann Urs Ziegler.

Sein Verein wandt sich danach an den Bezirksjugendausschuss, den Staffelleiter sowie das Kreissportgericht und berief sich dabei auf die Kreisspielordnung für die A-Jugend. Dort steht unter Punkt 14, dass die bestplatzierte Mannschaft eines jeden Kreises Kreismeister ist und das Recht hat, in die Bezirksliga aufzusteigen. „Umso überraschter und enttäuschter waren wir, als es hinsichtlich des Aufstieges doch Probleme gab, was uns allerdings nur über Umwege erreichte“, sagt Koronowski. In der Bezirksausschreibung war ebenfalls eine Aufstiegsregelung formuliert, allerdings lautete diese anders und ermöglichte leistungsbezogen nur noch den ersten beiden Mannschaften der Kreisliga – unabhängig von der Kreiszugehörigkeit – den Aufstieg in die Bezirksliga.

„Leider hat der Bezirk seine Ausschreibung nicht aktiv kommuniziert. Wir sind immer davon ausgegangen, dass die Ausschreibung des Kreises bindend wäre“, bedauert A-Jugend-Trainer Cording. Sowohl er als auch Koronowski vermissten danach auch die Rückendeckung seitens des eigenen Fußballkreises. Den Weg vor das Sportgericht ersparte sich der Verein, zumal keinerlei Erfolgsaussichten eingeräumt wurden. Überdies ärgerten sich die TSV-Verantworlichen über anschließende Aussagen, dass „Mannschaften aus unserem Kreis im Bezirk eh nichts verloren“ hätten. „Das empfanden wir als ziemlich unangemessen“, verdeutlicht Koronowski.

Dem Verein blieb am Ende somit nichts anderes übrig, als die Entscheidung zähneknirschend zu akzeptieren. Auch die Mannschaft hat nach großer Enttäuschung wieder in den Angriffsmodus umgeschaltet. Zunächst gilt es, sich wieder sportlich für die Kreisliga-Meisterrunde zu qualifizieren. „Das ist schon unser Anspruch“, betont Cording, fügt aber auch mit Blick auf die Konkurrenz hinzu: Die Karten werden neu gemischt.“ Dass die SG Großenkneten/Huntlosen das Potenzial hat, bewies sie bereits während der Vorbereitung. Alle drei Testspiele wurden gewonnen, darunter war ein 2:1-Erfolg gegen den Bezirksligisten TuS Lutten. „Durch die B-Junioren, die aufgerückt sind, haben wir ein hohes Leistungsvermögen“, gibt sich der Trainer zuversichtlich.

Somit hoffen die Großenkneter, dass es dann in der bevorstehenden Spielzeit mit dem Aufstieg klappt. Hierfür soll es übrigens schon eine modifizierte und einheitliche Ausschreibung geben, die den Aufstiegsfall klar regelt – was für die Großenkneter angesichts ihres Fall nur einen schwachen Trost darstellt...

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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