Harpstedt /Wildeshausen Wenn man davon ausgeht, dass ein Torwart immer auch ein klein wenig wahnsinnig sein muss, um sich Woche für Woche in die in seine Richtung abgefeuerten Bälle zu werfen, kann man sagen, dass bei Yannick Mädler der „Wahnsinn“ in der Familie liegt. Schließlich ist auch Christoph Mädler, der Bruder des 19-jährigen Handball-Schlussmanns der HSG Harpstedt/Wildeshausen, zwischen den Pfosten aktiv. Ein Bruderduell ist dabei allerdings undenkbar, schließlich hütet Christoph Mädler das Tor beim Harpstedter TB in der Fußball-Kreisliga. Auch sonst sind die Berührungspunkte gering: „Voneinander lernen können wir eigentlich nichts, dafür sind unsere Tätigkeiten zu unterschiedlich“, sagt Yannick Mädler.

Die Torwartkunst erlernt hat der HSG-Schlussmann folglich an anderer Stelle. Mit sechs Jahren hatte Mädler in der Jugend des Harpstedter TB mit dem Handball begonnen, war in der D-Jugend dann zum TV Neerstedt gewechselt. Vor zwei Jahren ging der Nachwuchs-Torhüter dann den umgekehrten Weg. „Ich habe eine Ausbildung angefangen und dementsprechend weniger Zeit gehabt. Also habe ich einen Verein gesucht, zu dem ich es nicht ganz so weit habe“, erklärt der in Groß Ippener wohnende 19-Jährige. Seine Wahl fiel auf die HSG. Ein Glücksgriff: Dass der Aufsteiger in dieser Saison in der Weser-Ems-Liga mit dem Abstieg nichts zu tun hat und stattdessen zur Tabellenspitze Kontakt hält, ist auch der Verdienst des jungen Keepers. Vor allem seit sich im vergangenen Dezember die eigentliche Nummer eins, Maik Bitter, mit einem Kreuzbandriss aus der laufenden Spielzeit verabschiedete, liegt die Verantwortung im Tor allein auf Mädlers Schultern.

Doch von dem auf ihm lastenden Druck ist beim HSG-Keeper nichts zu spüren: Woche für Woche begeistert Mädler nicht nur den eigenen Anhang, sondern auch Trainer Uwe Lampe. „Er zählt in der Liga sicherlich zu den Besten“, schwärmt Lampe. Nicht nur dass sein 1,88 Meter großer Keeper in der Defensive die Technik und Körpermaße mitbringe, um den Kasten für die gegnerischen Angreifer entsprechend klein zu machen. Auch offensiv weiß Mädler Akzente zu setzen: „Beim Torwart fängt der Angriff an, und Yannick hat hierbei den Blick für die richtige Spieleröffnung“, lobt Lampe.

Für die Zukunft traut er seinem „Torwartküken“ noch einiges zu: „Er hat – wenn er richtig trainiert – das Zeug dazu, zwei Spielklassen höher zu spielen“, schätzt Lampe. Doch eben da liegt auch der Haken im sportlichen Höhenflug seines Keepers. Denn die starken Leistungen Mädlers blieben – wie auch bei Teamkollege Kevin Pintscher (wechselt zum Saisonende zur HSG Grüppenbühren/Bookholzberg) – andernorts nicht unbemerkt. So trudelte unlängst die Anfrage eines Verbandsligisten aus der Region bei Mädler ein, bei dem er darauf auch ein Probetraining absolvierte.

Was die Zukunft jedoch bringt, ist noch mit einem Fragezeichen versehen. „Diese Saison konzentriere ich mich nur auf die HSG“, betont Mädler. „Für die nächste Saison werde ich schauen, ob die Mannschaft zusammenbleibt und ob es Neuzugänge gibt, und dann entscheiden.“

Martin Thaler Volontär / NWZ-Redaktion
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