Bookholzberg „Ich habe in der Heimat schon Fußball gespielt, in der Mannschaft meiner Schule“, erzählt Zainal Ismail Saleh. 2014 musste der junge Iraker aufgrund des Krieges flüchten und kam über München und Bremen nach Bookholzberg. Wie viele Geflüchtete stand Saleh nach der Ankunft in der Gemeinde Ganderkesee vor einem großen Problem: Die deutsche Gesellschaft ist vielfältig organisiert und unübersichtlich für Fremde. Anschluss zu finden und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, erscheint schwierig. Einen Türöffner für seinen Einstieg in die deutsche Gesellschaft hat Saleh allerdings gefunden: Der 21jährige ist seit Sommer vergangenen Jahres aktives Mitglied beim Bookholzberger Turnerbund.

In Mannschaft integriert

Helmut Steinmann, Vorsitzender des Turnerbunds, hat Saleh und einige andere Geflüchtete zum Fußballtraining mitgebracht und sich um deren Aufnahme sowie Spielgenehmigung gekümmert. Die Integration in den Verein stellte kein Problem dar, erinnert sich Mannschaftskamerad Jan-Eric Lüschen: „Vielleicht waren sie zu Anfang schüchtern, dann waren sie aber auch bei Mannschaftsfeiern mit dabei und haben häufig beim Arbeitsdienst mitgeholfen.“

Christian Brinkmann, Trainer der Mannschaft, sieht das genauso: „Die Flüchtlinge sind in den Verein gekommen wie jeder andere auch“, erklärt er. Ihnen habe das Spielen gefallen, daher seien sie gerne wiedergekommen. Obwohl es sprachliche Schwierigkeiten gibt – kurze Kommandos während des Spiels werden teilweise missverstanden –, bestätigt auch der Trainer eine erfolgreiche Integration in die Mannschaft.

Da Einwanderer häufig den Anschluss an die deutsche Gesellschaft nicht finden, laufen sie Gefahr, Teil einer Parallelgesellschaft zu werden. In einer Parallelgesellschaft würden sie größtenteils isoliert miteinander leben, weil sie nicht am öffentlichen Leben teilnehmen können. Dies wirkt sich sehr negativ auf die Integration der Geflüchteten in Deutschland aus.

Bereicherung für alle

Vereine sind auch eine Art paralleler Gesellschaft, sie nehmen allerdings aktiv am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben in Deutschland teil. Daher sind sie eine gute Anlaufstelle für Geflüchtete, die sich in die bestehende Gesellschaft integrieren möchten. „Und die Jungs sind absolut zuverlässig, sie freuen sich aufs Spielen und sind bei jedem Spiel und jedem Training dabei“, betont Brinkmann zufrieden. Mit Hilfe der Mannschaftskameraden finden die Geflüchteten nun über den Verein, in dem sie sowohl Freundschaften schließen als auch weiterhin die deutsche Sprache lernen, Anschluss an die deutsche Gesellschaft.

Außerdem stellen die Neuankömmlinge auch eine Bereicherung für die deutschen Mitglieder dar: „Manchmal kann man sich bei denen was abgucken, die haben immer Lust und sind am Lächeln“, bemerkt der Trainer grinsend. Zainal Ismail Saleh bestätigt die Meinung des Trainers: „Ich komme gerne zum Training, die Gruppe ist wie eine Familie für mich geworden“, sagt er glücklich.

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