WüSTING Karen Bisanz lacht, dann überlegt sie einen Moment. „Das könnte schon sein“, sagt die Mittelfeldspielerin der SF Wüsting-Altmoorhausen. Es geht um die Frage, ob ihr Trainer in der Vorbereitung auf die Saison 2011/2012, in der die Fußballerinnen in der Regionalliga antreten werden, kräftig aufs Gaspedal drücken und außerdem auf seine Erfahrungen zurückgreifen wird. Schließlich kann Ralf Eilenberger unter anderem auf 137 Spiele in der Ersten und Zweiten Liga zurückblicken. Die Trainingsinhalte, die er zwischen 1985 und 1994 als Profi der SG Wattenscheid 09 vor den Spielzeiten kennen lernte, werde er nutzen, um sein Team auf dessen größte Herausforderung vorzubereiten, die am Sonntag, 21. August, beim TSV Havelse beginnt.

Immer für die SFWA

Bisanz hat den Weg der SFWA von der Kreis- bis in die Regionalliga mitgemacht. „Immer grün-weiß“, antwortet die 35-Jährige auf die Frage nach ihren bisherigen Vereinen. Ihr Vater ist eines der Gründungsmitglieder der Sportfreunde; sie gehört ihnen im Grunde seit ihrer Geburt an. Der Spaß am Fußball entwickelte sich beim Kicken mit dem Bruder im Garten. Als Zwölfjährige begann sie, im Mädchenteam zu spielen.

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Ihr Engagement beschränkt sich nicht auf die Aktivitäten auf dem Feld. Seit langem ist sie Abteilungsleiterin Frauenfußball. „Eigentlich würde ich mir ja wünschen, dass das jemand macht, der mehr Zeit investieren kann“, sagt sie. Ihr Beruf als Lehrerin an einer Förderschule in Aurich sowie das Training und die Spiele würden verhindern, dass sie die Aufgabe so wahrnehmen kann, wie sie eigentlich möchte. Da aber im Verein und in der Abteilung der Mannschaftsgedanke hoch gehalten wird, ist alles zu bewältigen und läuft gut. „Wir haben zum Glück in Rocco Standland jemand, der die Jugend übernommen hat und tolle Arbeit macht. Außerdem bekommen wir viel Unterstützung aus dem Vorstand“, bestätigt Bisanz. Das zeigte sich in der vergangenen Saison, als abzusehen war, dass sie und ihre Mitspielerinnen ein Jahr nach dem Aufstieg auf dem Weg zur Oberliga-Meisterschaft kaum noch aufzuhalten waren. „Der Vorstand hat früh zu uns gesagt, dass er, wenn wir das Spiel um die Landesmeisterschaft und den Regionalliga-Aufstieg gewinnen, alles dafür tun würde, dass wir den Aufstieg wahrnehmen können.“

Überraschender Aufstieg

Geplant war das alles nicht. „Klar, wir wussten, dass wir in der Oberliga eine gute Rolle spielen können“, sagt Bisanz. „Wir waren im ersten Jahr Fünfter geworden, diesmal wollten wir Rang vier erreichen.“ Doch es kam besser. „Im Winter haben wir gemerkt: Hoppla, wir sind Erster.“ Die Meisterschaft wurde ein Thema, der Aufstieg noch nicht. „Nur Nicole Poker hat immer daran geglaubt“, sagt Bisanz. Nach einer wetterbedingt schlechten Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte, wuchs die Skepsis wieder. „Wir haben die ersten beiden Spiele gewonnen. Danach lief es wie am Schnürchen.“ Am Ende standen 20 Siegen und einem Unentschieden vier Niederlagen gegenüber.

Großer Teamgeist

„Das ist mit Abstand das beste Team, in dem ich je gespielt habe“, sagt Bisanz. „Sowohl von den Einzelspielerinnen her als auch vom Zusammenhalt.“ Der habe vieles ermöglicht. „Es gab Spiele, die haben wir gewonnen, obwohl wir nicht unbedingt die bessere Mannschaft waren.“

Die Spielerinnen sind an ihren Aufgaben gewachsen. „Dreiviertel des Teams ist schon ewig zusammen“, sagt Bisanz. „Und die, die dazu kamen, passten perfekt.“

Das gilt auch für Trainer Ralf Eilenberger. „Er hat eine sehr gute Beobachtungsgabe. Wir waren immer richtig eingestellt“, sagt Bisanz. Und der Coach nutzt seine Erfahrung. „Er sagt und macht in kritischen Situationen das Richtige.“ Dazu kommt, dass er eine Taktik vorgibt, die dazu führt, dass die Spielerinnen ihre Fähigkeiten optimal einbringen. „Wir waren in der Oberliga die einzigen, die noch mit Libero gespielt haben. Damit kamen unsere Gegnerinnen nicht klar“, erzählt Bisanz. Die Frage, ob das modern sei, interessiert sie nicht. „Man muss doch nicht auf Teufel komm raus modern spielen. Wichtig ist der Erfolg.“

3:2 über Göttingen

Die SFWA waren also Meister der Oberliga West geworden und trafen im Aufstiegsspiel auf Sparta Göttingen (Meister Oststaffel). „Wir haben uns vorher im Team unterhalten. Das Ergebnis war, dass wir, wenn wir es schaffen, aufsteigen wollen.“ Mut machte außer der Rückendeckung des Vorstands die Unterstützung von Sponsor Norbert Haas. Am Sonntag, 22. Mai, feierte das SFWA-Team in Barsinghausen einen 3:2-Sieg nach Verlängerung. Das bedeutete: Ab dem 21. August heißen die Gegner unter anderem Hamburger SV II, Werder Bremen II und Jahn Delmenhorst. „Wir können auch in der Regionalliga mithalten“, zeigt sich Bisanz optimistisch. „Es wird natürlich schwer, aber wir freuen uns auf die Saison. Und wir werden alles dafür tun, um in der Klasse zu bleiben.“

Ach ja, was ging ihr denn nach der Partie in Göttingen durch den Kopf? Karen Bisanz lacht, dann überlegt sie einen Moment. „Als ich im Bus saß, habe ich schon einen Moment gedacht, dass das doch gar nicht wahr sein kein. Es war aber wahr, und es war ein unbeschreibliches Gefühl“, sagt die Mittelfeldspielerin der SF Wüsting-Altmoorhausen.

Auswärts starten die Fußballerinnen der SF Wüsting-Altmoorhausen in die Regionalliga. Am 21. August, 13 Uhr, gastieren sie beim TSV Havelse, am 28. August, 14 Uhr, bei der TSG Burg Gretesch.

Am 4. September treten die SFWA erstmals auf eigenem Platz an. Ab 15 Uhr geht es gegen den FC Bergedorf 85.

Drei Zugänge gibt es im Team: Caroline Engler, Britta Restemeyer (Post Oldenburg) und Celina Reinkober (FC Huntlosen).

Lars Pingel Lokalsport / Redaktion Wildeshausen
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