Wildeshausen Ausgerechnet in Mexiko hat Amelie Hoffmann ihren Lieblingssport für sich entdeckt. Während ihres Medizinstudiums absolvierte sie Xalapa im mexikanischen Bundesstaat Veracruz ein sechswöchiges Praktikum. „Ich habe Ultimate Frisbee durch meine Gastschwester entdeckt. Ihr Team heißt ,Mambas’. Aus Neugier habe ich ein paar Mal mittrainiert und bin dabei geblieben.“ Zurück in der Studienstadt Hamburg, schließt sich Hoffmann einem der vielen ansässigen Vereine an.

Kein Frisbee vor Ort

Letztlich es zog die gebürtige Wildeshauserin in die alte Heimat zurück. Doch hier gab es kein Ultimate Frisbee. „Ich habe mir schon überlegt, ob ich das als Berufsanfängerin wirklich machen soll. Aber dann hat mich der Sport so doll begeistert, dass ich wenigstens versuchen und schauen will, ob man Leute dafür begeistern kann oder nicht“, sagt die 27-Jährige. Hoffmanns Traum ist es, dass sich Ultimate Frisbee in Wildeshausen langfristig durchsetzt.

Ab Sonntag, 19. März, geht es in der Sporthalle der Wallschule, Im Hagen 4, los: Von 14 bis 16 Uhr wird Ultimate Frisbee trainiert. Hoffmann bietet das Training ab 18 Jahren an. „Ich denke, dass ist so am besten, weil ich noch keine Erfahrung mit Kindern habe.“ Spezielle Vorkenntnisse brauchen Interessenten jedoch nicht. Die Frisbeescheiben stellt Hoffmann.

Ultimate Frisbee ist in Deutschland keineswegs ein unbekannter Sport. Der Deutsche Frisbee-Sport Verband, zu dem auch Ultimate Frisbee gehört, organisiert offizielle Turniere. Der DFV schätzt, dass es in Deutschland etwa 10 000 aktive Freizeitfrisbeesportler gibt, von denen die Hälfte in Vereinen organisiert ist. Für alle anderen gibt es Spaßturniere, bei denen die Mannschaften zum Teil nach Spielstärke neu zusammengelost werden.

„Ich habe auch schon gerne aus Spaß im Park rumgeworfen. Aber beim Ultimate Frisbee ist es wirklich so, dass man verschiedene Würfe hat. Es macht total viel Spaß, so gezielt zu werfen, wenn man draußen spielt. Wie muss ich den Wind mit einplanen?“ Die Spieler wechseln ständig ihre Positionen. Das sei zwar sehr anstrengend, mache aber viel Spaß, versichert Hoffmann.

Teamplayer gesucht

„Der Sport ist auf jeden Fall für jemanden geeignet, der ein Teamplayer ist, der gerne in einer Mannschaft mit allen zusammen spielt, der Spaß daran hat, die Technik der Würfe zu lernen“, sagt die Frisbeebegeisterte. Ultimate Frisbee ist laufintensiver, kontaktarmer Mannschaftssport aus den USA, bei dem Wurffähigkeit und Taktik im Vordergrund stehen. Ziel des Spiels ist es, die 175 Gramm schwere Scheibe in der gegnerischen Endzone am Ende des Spielfeldes zu fangen.

Normalerweise wird Ultimate Frisbee im Freien gespielt – Sieben gegen Sieben. Hier ist das Spielfeld in etwa so lang wie ein Fußballfeld, aber nur halb so breit. Auf einem kleineren Feld wie jetzt in der Sporthalle der Wallschule reicht auch ein Spielfeld in der Größe eines Handballfeldes. Hier ist es auch möglich, Fünf gegen Fünf zu spielen. „Es wäre schön, wenn wir eine Gruppe von etwa 20 Leuten hätten. Es ist ja klar, dass nicht immer jeder Zeit hat, aber dann wären immer noch genug Spieler da, um ein Training auf die Beine stellen zu können“, sagt Hoffmann.

Fair-Play-Gedanke

Besonders wichtig beim Ultimate Frisbee ist der „Spirit of the game“. Hierbei wird der Fair-Play-Gedanke ausgedrückt. Das ist besonders wichtig, weil Ultimate Frisbee ohne Schiedsrichter gespielt wird. Wird ein Spieler gefoult, ruft er selbst laut „Foul!“, dann wird der Spielfluss „eingefroren“ und alle Spieler müssen stehen bleiben. Die Spieler auf dem Feld müssen selbst über Fouls entscheiden.

Auf Spaßturnieren sei es beispielsweise so, erzählt Hoffmann, dass sich nach dem Spiel alle Spieler abklatschen. Danach stellen sich die Teams gegenüber in einem „Spirit Circle“ auf. Jeweils mit den Armen auf der Schulter des Nebenmanns oder -frau, sagt das Team, das den letzten Punkt gemacht hat, was gut war und was nicht. Dann gibt noch die andere Mannschaft Rückmeldung. Es folgen Auflockerungsübungen.

„In den ersten Trainingseinheiten würde ich die Wurftechniken eintrainieren wollen und am Ende schon Spielpraxis üben. Nach den Würfen würde ich Taktik machen und Angriffstechnik. Etwa: Wie hat die Verteidigung zu stehen?“, erklärt Hoffmann ihr geplantes Training. Für den Sommer gibt es die Überlegung, in den Krandel zu gehen. Da sei man noch in Gesprächen mit dem VfL Wildeshausen, so Hoffmann.

Tatiana Gropius Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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