Landkreis /Pomerode Fußball-Weltmeisterschaft 2014, Olympische Sommerspiele 2016 – die Goldmedaillen der nächsten großen Sportevents werden in Brasilien vergeben. Im April 2014 richten sich die Blicke aber zunächst auf eine andere Sportart. In Pomerode treffen die besten Faustball-Nationen bei den U-18-Weltmeisterschaften aufeinander – mittendrin vier Faustballer aus dem Landkreis: Rika Meiners und Karen Kläner vom TV Brettorf sowie Rico Lüdtke und Arne Grotelüschen vom Ahlhorner SV. Sie werden mit dem Adler auf der Brust für Deutschland auflaufen.

„Mein Koffer ist viel zu schwer. Hast du vielleicht noch Platz?“, fragt Karen Kläner ihre Mannschaftskollegin Rika Meiners. „Keine Chance, alles voll. Dann musst du vielleicht ein paar deiner vielen Socken auspacken“, lautet deren Antwort. Man muss kein großer Prophet sein, um festzustellen, dass die Vorbereitungen auf den Höhepunkt ihrer noch jungen Sport-Karriere auf Hochtouren laufen. Bis spätestens Sonnabendabend um 22 Uhr sollte sich Kläner von einigen ihrer 25 Sockenpaare getrennt haben. Denn dann hebt der Flieger von Frankfurt in Richtung Sao Paulo ab, und die „Mission Gold“ beginnt.

Beim Lehrgang in Schneverdingen haben alle Nationalspieler vor drei Wochen das letzte Mal gemeinsam trainiert. Aber nicht nur hier haben die Nachwuchstalente für ihren WM-Traum hart gearbeitet. „Gemeinsam mit Arne habe ich neben unserem Mannschaftstraining auch individuelles Training absolviert, und wir sind gemeinsam viel gelaufen, um uns fit zu halten“, beschreibt Rico Lüdtke das Pensum der beiden ASV-Faustballer in den vergangenen Monaten. Kläner und Meiners mussten nach Verletzungen beim Lehrgang in den letzten Wochen hingegen kürzer treten. Bei Kläner ist aktuell nicht einmal ganz sicher, ob sie rechtzeitig zum Turnierstart voll einsatzfähig sein wird. Und auch in Brasilien könnten laut Lüdtke noch ganz andere Schwierigkeiten auf die Europäer zukommen. „Ich glaube, dass das Klima ein kleines Problem werden könnte. Aktuell ist es in Brasilien sehr warm, und es regnet viel. Die Spiele werden uns sicher einiges an Kraft kosten“, vermutet er.

Das soll aber kein Hindernis werden, denn das Ziel ist sowohl bei den Jungs als auch bei den Mädchen klar: Deutschland soll im Finale auflaufen und dort möglichst den Titel gewinnen. Bei den Jungen schätzen Lüdtke und Grotelüschen Österreich, die Schweiz und Gastgeber Brasilien am stärksten ein. „Gegen die Schweiz haben wir das EM-Finale im letzten Jahr noch verloren. Doch die Führungsspieler sind in Pomerode aufgrund ihres Alters nicht mehr dabei“, sagt Lüdtke und sein Mannschaftskollege ergänzt: „Brasilien ist für uns die große Unbekannte, da wir noch nie gegen sie gespielt haben. Von unseren beiden Bundestrainern haben wir aber gehört, dass die Brasilianer alle extrem athletisch sind.“ In der weiblichen U-18-Konkurrenz schätzen Meiners und Kläner die Schweiz und Österreich stark ein.

In weniger als einer Woche stehen die vier Faustballer bei den Vorrundenspielen auf dem Spielfeld. Ein Moment, so Lüdtke, auf den er seit den Nominierungslehrgängen der U 13 bis U 15 hingearbeitet hat. „Es ist einfach ein richtig starkes Gefühl, wenn man mit dem Deutschlandtrikot auf dem Feld steht und die Nationalhymne hört“, sagt er. „Das ist echtes Gänsehaut-Feeling.“

Sönke Spille Freier Mitarbeiter Lokalsport / NWZ-Redaktion
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