Dötlingen Müll auf der Straße aufsammeln, möglichst wenig Plastik beim Einkauf verwenden – wenn Sarah Orth aus Dötlingen über die Vermeidung von Müll nachdenkt, muss sie feststellen: „Die Thematik wurde mir irgendwie in die Wiege gelegt.“ Selbst in jungen Jahren setzte sie sich damit auseinander. „In der Grundschule habe ich ein Referat über Müllvermeidung gehalten“, erinnert sich Orth und stellt fest: Sie war ihrer Zeit damals schon voraus.

Denn das Thema Müllvermeidung ist 2019 aktueller denn je, spätestens seit die Risiken für Gesundheit und Umwelt immer mehr Menschen bewusst werden. Der Landkreis Oldenburg hat für den Monat November deshalb die Gelbe-Sack-Challenge ins Leben gerufen.

„Mein Mann Dirk ist für die Grünen im Dötlinger Gemeinderat, für uns beide ist die Erhaltung der Umwelt wichtig“, sagt Sarah Orth. „Wir fanden, dass wir prädestiniert für diese Aktion sind.“ Familien aus dem gesamten Landkreis beteiligen sich an der Gelben-Sack-Challenge, bei der es darum geht, einen Monat lang so wenig Plastikmüll wie möglich zu produzieren. Gar nicht so einfach – das musste auch Familie Orth schon feststellen. „Wir achten eigentlich ohnehin darauf, wenig Plastikmüll zu produzieren, aber manchmal ist das einfach nicht möglich“, sagt Sarah Orth.

Beim Einkauf von Familie Orth immer dabei: die eigenen Tupperdosen. „An vielen Wurst- und Käsetheken funktioniert das“, sagt Sarah Orth. Und auch beim Essenbestellen ist es häufig möglich, die Gerichte in den selbst mitgebrachten Tupperdosen zu transportieren. Außerdem werden Wasser, Milch oder Joghurt in Gläsern gekauft – auch wenn das momentan teurer ist als in Plastikbehältnissen, hat Sarah Orth festgestellt. Ganz frei von Plastik einkaufen könne man aber nicht – vor allem in größeren Ketten. „Hier sind etliche Produkte noch in Plastik eingepackt“, sagt Orth.

Auch ihre fünfjährige Tochter versteht langsam, dass immer häufiger Plastikverpackungen im Umlauf sind – obwohl das nicht unbedingt nötig ist. „Beim Präsenteaus-packen hat sie letztens gesagt ,Oh – das ist ja schon wieder Plastik, das jetzt mehr wird“, berichtet Orth. Besonders viel Plastikmüll kommt beim Futter für ihren Hund zusammen. Dennoch ist Sarah Orth zuversichtlich, den Verbrauch minimieren zu können. „Sonst kommen alle zwei Wochen etwa ein bis zwei Säcke zusammen. Das wollen wir nun halbieren."

Als Ziel hat sich Familie Orth gesetzt, möglichst viele Menschen auf die Müllproblematik aufmerksam zu machen. „Es geht uns um die Sache, das hat nicht unbedingt mit der Aktion jetzt zu tun“, sagt Sarah Orth. Über den eigenen Whats-App-Status und Facebook wollen sie möglichst viele Menschen darauf aufmerksam machen. „Wir haben Dirks Facebookseite für den Zeitraum öffentlich geschaltet“, berichtet Orth.

Während der Aktion werden täglich neue Tipps und Ideen zur Müllvermeidung veröffentlicht. „Wie ein Adventskalender im November“, sagt die Dötlingerin. „Unser Ziel ist es, aufmerksam zu machen und dabei möglichst viele Leute zu erreichen. Die breite Masse ist immer besser als nur eine Familie.“

Sönke Spille Freier Mitarbeiter Lokalsport / NWZ-Redaktion
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