STENUM Werner Bruns hat diesen Satz schon so oft gehört. „Die geburtenschwachen Jahrgänge kommen.“ Sportvereine müssten in ihrer Nachwuchsarbeit umdenken. Doch beim VfL Stenum, so sagt Jugendfußballleiter Bruns, „merken wir das nicht“. Das genaue Gegenteil sei der Fall: „Sie rennen uns die Bude ein.“

350 Kinder und Jugendliche, darunter mehr als 50 Mädchen, würden derzeit beim VfL Fußball spielen, weiß Vorsitzender Johannes Knese – der in einem Atemzug anmerkt, das Stenum ja gerade mal 1200 Einwohner habe. 27 (!) Mannschaften seien gemeldet. Wochentags kicken um die zehn Teams auf den Plätzen am Kirchweg – an jedem Tag.

Freilich: Das war nicht immer so. Noch vor zehn Jahren habe der VfL etwa zehn Mannschaften gestellt – was auch schon viel gewesen sei, erinnert sich Knese.

Was denn seither anders wurde – und die Sogwirkung auslöste? In der Vergangenheit sei es zeitweise so gewesen, dass nur wenige Eltern der jungen Fußballer selbst einmal Fußball gespielt hätten, erklärt Bruns. Da seien die Kinder mitunter eben nur abgegeben worden.

Das sei heute anders: Eine ganze Generation von Aktiven oder ehemals Aktiven bringe die eigenen Kinder zum Training. „Die sind ständig dabei.“ Und „bestimmt 30“ der fußballbegeisterten Väter hätten selbst den Part des Trainers oder Betreuers übernommen, schätzt Hergen Geerken, Teammanager bei der 1. E.

In der Folge, so ist Trainer Sascha Liske überzeugt, sei ein zweiter Faktor hinzugekommen, der seinerseits Sogwirkung ausgelöst habe: „Der Erfolg“. Ein Beispiel für eben solchen Erfolg liefert Liskes „eigene“ 1. E-Jugend: Seit vier Jahren spielen die Jungen zusammen, mittlerweile passen die eingesammelten Pokale kaum mehr in einen Kofferraum. Zweimal wurde die Mannschaft Niedersächsischer Meister im Beachsoccer, und dieser Tage setzte sie sich gegen große Namen wie Hannover 96 oder VfL Wolfsburg durch und holte den Sparkassen-Cup des Niedersächsischen Fußballverbandes.

Obwohl die Jungs aus Wildeshausen oder Delmenhorst, aus Bookholzberg oder Heide kommen: Der Zusammenhalt sei groß, versichert Moritz Both aus Heide, zehnjähriger Allrounder im Team. „Ich habe Freunde hier.“

Und wo liegen die Grenzen des Wachstums? „Bis zu 30 Mannschaften könnten hier ohne Probleme spielen“, ist Hergen Geerken sicher. Werbung mache der VfL nicht. Sicher sei aber: „Wir schicken niemanden wieder weg.“

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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