DÖtlingen Der 13. Februar 2012 sollte für die erfolgreiche und erfahrene Dressurreiterin Lena Teichert ein Trainingstag wie jeder andere werden. Jedoch kam alles ganz anders und fast wäre das aufstrebende Dressurtalent für sein Leben an den Rollstuhl gefesselt geblieben. Aber mit eisernem Willen und mittels langer Suche nach guter ärztlicher Behandlung sitzt die von Kindesbeinen für die Waldreitschule Dötlingen startende Dressurreitern heute wieder im Grand-Prix-Sattel. Nach anderthalb Jahren Bangen zwischen Hoffnung und gesundheitlichen Rückschlagen ist Teichert wieder da und kann daran arbeiten, ihren Traum einer Dressurreiter-Karriere auf höchstem Niveau zu verwirklichen.

Auf dem bekannten Kasselmann-Hof in Hagen schaffte sie während der Auftaktveranstaltung des Ankumer Dressur Clubs 2013 (ADC) vergangenes Wochenende einen zweiten Platz in der S-Dressur mit nur einem fehlenden Punkt auf den ersten Rang. Anschließendend siegte sie beim Prix St. Georges. Vergessen sind das Gefesseltsein an den Rollstuhl oder die Frage, ob sie jemals wieder in einem Dressursattel auf Gewinnkurs reiten können wird.

Wenn die 23-Jährige sich heute an den besagten 13. Februar erinnert, dann kann sie selber noch gar nicht fassen, wieder oben an der Spitze mitreiten zu dürfen. Am 13. Februar ging ihr vierjähriges Nachwuchspferd auf dem Aschenbeck-Hof in Dötlingen auf dem Weg zur Halle durch und die junge Dressurreiterin rettete sich nur durch einen beherzten Sprung vom Pferd. Dabei brach sich die Dötlingerin das Kreuz beidseitig und das Steißbein.

„Ein halbes Jahr saß ich im Rollstuhl. Davor waren drei Monate Krankenhaus angesagt. Nur durch die ärztliche Hilfe von Prof. Dr. Jürgens im Oldenburger Klinikum und entsprechender Betreuung konnte ich schnell wieder mit dem Reiten anfangen. Im Mai gelang es mir, tatsächlich wieder auf dem Pferd zu sitzen. Natürlich nur im Schritt, aber es wurde stetig besser“, so Lena Teichert.

Mit „Dynamico“ von Don Primero/De Niro hat die Dötlingerin nun wieder festen Dressur-Boden unter ihrem Sattel. „Für mich war beim ADC ganz wichtig, wieder den Mut und die Gewissheit zu bekommen, nichts verlernt zu haben und auch körperlich nicht beeinträchtigt zu sein.“ In drei Wochen steht das zweite von insgesamt vier ADC-Turnieren an. Natürlich möchte Lena auch hier punkten. „Ende nächsten Jahres habe ich das Ziel auf Grand-Prix-Niveau reiten zu können und im Dressur-Kader für das Nationalteam U 25 zu stehen“, sagt die deutsche Vizemeister in ihrer Altersklasse.

Mit dem Erreichen der Altersgrenze U 25, möchte Lena dann ganz in den Grand-Prix-Sport wechseln. Und so beginnt jetzt jeder Wochentag um 6.30 Uhr auf dem Kasselmann-Hof mit Trainerin Insa Hansen. Am Nachmittag wird für das BWL-Fernstudium gebüffelt und am Wochenende steht ihr Freund Sven im Mittelpunkt. „Das alles geht nur, weil ich eine tolle Familie habe und eine große Portion Vertrauen in die eigenen Kräfte und den eigenen Körper besitze“, erklärt sie.

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