Wildeshausen Es war im September 1989, als Hermann Schulenberg mit seinem alten Kumpan Walter Dellwisch darüber plauderte, dass man in Wildeshausen gar keine gute Kneipenunterhaltung habe. Es fehle ein interessanter Gesprächskreis. Also zögerten die beiden Herren nicht lange und gingen auf die Suche nach geeigneten Kandidaten.

Kurz darauf fand sich ein illustrer Kreis zum ersten Treffen des „Altenstammtisches“ in der damaligen Wildeshauser Teestube an der Westerstraße ein: Dellwisch und Schulenberg hatten Otto Hespe-Meyer, Friedrich Kammann, Erich Langhorst, Helmut Langhorst und Werner Petermann von ihrem Anliegen überzeugen können.

„In der Folgezeit kamen viele Stammtischfreunde hinzu wie Walter Kreienborg, Hans Lenzschau, Heinrich Dellwisch, Karl Schütte, Kurt Muhle, Dr. Günter Rodenberg, Bernhard Neteler, Bernhard Hoyng und Peter Hahn“, erinnert sich Schulenberg. Leider seien inzwischen einige der vorgenannten Stammtischfreunde jedoch schon verstorben. Auch von den Gründungsmitgliedern leben nur noch Schulenberg und Dellwisch.

Die regelmäßigen Treffen finden inzwischen im Franziskaner statt.

„Wir sind uns niemals auf die Nerven gegangen und haben uns nie zu Tode gelangweilt. Es gab immer interessante Unterhaltung, ob China in die Vereinten Nationen kommt oder Putin Ehrenbürger von Hannover wird“, blickt Schulenberg zurück.

Der Stammtisch sei für die Senioren stets ein Freudenspender in der Freizeit. Die oft geäußerte Aussage „Früher war alles besser“ ist den Männern fremd. „Unser Motto ist vielmehr: Hier gehöre ich hin, und hier bleibe ich. Das ist ein klares Bekenntnis zum Wir“, betont Schulenberg.

Längst habe man gemerkt, wie viel leichter das Leben sei, wenn man Freud und Leid mit Freunden teile. Freude werde verdoppelt, Leid halbiert.

Und auch auf die Frage: „Wann fängt das Altern an“ hat der „Altenstammtisch“ eine klare Antwort gefunden: „Es gibt junge Alte, alte Alte und die, die bewusst vergessen, alt zu werden“, sagt Schulenberg. Also mache man das Beste daraus. „Wir alle meinen, dass in jungen Jahren die Weichen für das Alter gestellt werden. Dabei kommt es weniger auf die Versorgung als auf die Zufriedenheit an“, so der rüstige Senior, der sich erst alt fühlt, wenn die Kerzen teurer werden als der Geburtstagskuchen.

Bei soviel Elan fiel auch die Jubiläumsfeier am Donnerstag im „Alten Amtshaus“ schwungvoll aus. Mit ihren Gattinen feierten die „alten Herren“ mit einem leckeren Menü und stießen auf die nächsten Jahre an.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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