HUNDSMüHLEN Während ihre Altersgenossinnen beim Stichwort Casting zuerst an die große Gesangs- oder Schauspielkarriere denken, hat dieser Begriff für die 13-jährige Theresa Huntemann vor allem etwas mit Angeln zu tun. Seit vier Wochen trainiert die Wildeshauserin für ihr erstes Casting-Turnier. Sie sucht jedoch nicht den Weg auf die große Showbühne, sondern die Ruhe in der Natur.

Theresa Huntemann gehört zu den 104 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren, die seit Donnerstag zu den Jugendsportfischertagen des Landesfischereiverbandes (LFV) Weser-Ems nach Hundsmühlen gereist sind. Bis Sonntag zelten die Nachwuchsangler und rund 40 Betreuer auf dem Gelände am Hundsmühler Dorfgemeinschaftshaus. Am Freitagnachmittag stand für alle das Casting-Turnier an. Ein Plastikgewicht an einer Angelschnur wird dabei aus Entfernungen zwischen zehn und 18 Metern auf eine grüne Zielscheibe geworfen, die auf dem Rasen liegt. Verschiedene Wurfstile sind dabei gefordert.

Ein flüchtiger Blick Richtung grüner Zielscheibe genügt, dann holt die 13-jährige Theresa Huntemann aus, wirft ihre Angel aus und das Plastikgewicht an der milimeterdünnen Schnur fliegt zehn Meter weit – genau ins Schwarze. Zehn Punkte würde dies bringen. Bei zehn Würfen aus unterschiedlichen Entfernungen liegt die Maximalpunktzahl bei 100 Punkten. „Das gelingt nur ganz selten“, weiß Albert Bagge, Casting-Referent des Sportfischerverbandes im LFV Weser-Ems.

Für Theresa Huntemann steht der Wettbewerb ohnehin im Hintergrund. „Ich bin bei einer Ferienpass-Aktion zum Angeln gekommen. Es macht einfach Spaß, in Ruhe am Fluss zu sitzen und die Natur zu genießen“, sagt die 13-Jährige vom FV Wildeshausen.

Ehrgeiziger ist da schon der 18-jährige Frank Dayen vom SFV Aschendorf: „Die Casting-Wettkämpfe sind für mich der Höhepunkt der Jugendsportfischertage“, sagt er. Der junge Angler trainiert einmal pro Woche und erreicht in der Regel 80 bis 90 Punkte. Frank Dayen hofft, dass er damit bei dem Casting-Turnier weit vorne landet. Die fünf besten Teilnehmer aus Hundsmühlen reisen schließlich zu den Bundesjugendfischereitagen nach Meersburg.

Von dem Zeltlager in Hundsmühlen ist Frank Dayen angetan: „Der Platz hier ist sehr schön, und alles ist gut organisiert.“ Zum ersten Mal finden die Jugendsportfischertage in diesem Jahr in Hundsmühlen statt. Neben dem Casting-Turnier bilden sich die Jugendlichen dabei auch weiter. Sie lauschten am Freitagvormittag einem Vortrag über die Krankheiten der heimischen Süßwasserfische.  Anschließend wurden ihre Kenntnisse mit einem Fragebogen überprüft. Natürlich gehen die Sportfischer in Hundsmühlen auch angeln. Am Sonnabendmorgen machen sich alle gemeinsam auf den Weg zur Hunte. Und was passiert mit dem ganzen Fisch? „Der wird direkt filetiert und zu Fischfrikadellen verarbeitet“, erklärt Bagge.

Für das große Abendessen am Sonnabend seien diese jedoch nicht gedacht, fügt er sogleich an. An diesem Tag findet in Hundsmühlen in Verbindung mit den Jugendsportfischertagen ab 15 Uhr der Festakt zum 100-jährigen Bestehen des LFV Weser-Ems statt. Als Ehrengäste werden unter anderen die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen und Peter Mohnert, der Präsident des Verbandes Deutscher Sportfischer, erwartet.

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