Brettorf Ein Bundesliga-Derby über die volle Distanz – das hatte es zwischen den Faustball-Männern des TV Brettorf und Ahlhorner SV auf dem Feld in den letzten zehn Jahren nur einmal (2015) gegeben. Am Freitagabend jedoch boten die beiden Lokalrivalen den zahlreichen Zuschauern auf dem Brettorfer Sportplatz bei bestem Wetter mal wieder einen richtigen Krimi. Am Ende waren es die Gastgeber, die sich nach knapp zweieinhalb Stunden Spielzeit mit einem 5:4-Erfolg (12:10, 11:7, 8:11, 12:10, 9:11, 6:11, 11:8, 10:12, 11:7) die nächsten beiden Punkte sicherten – und jetzt mit einer Bilanz von 10:2 zumindest bis Sonntag von der Tabellenspitze aus grüßen. Dagegen weist Ahlhorn als Tabellenvierter vorläufig ein negatives Punktekonto (4:6) auf und kann damit die DM-Teilnahme nun wohl frühzeitig abhaken.

Gelöste Stimmung nach einem am Ende dramatischen Spiel herrschte verständlicherweise bei den Derbysiegern aus Brettorf, die sich nicht nur für die Meisterrunde der besten vier Mannschaften in der 1. Bundesliga qualifiziert haben, sondern auch sehr aussichtsreich im Rennen um einen der ersten beiden Tabellenplätze liegen, die nach der Saison die sichere DM-Qualifikation bedeuten.

Beide Teams brauchten zunächst ein paar Sätze, ehe das Spiel so richtig an Fahrt aufnahm. Brettorf erwischte zwar den besseren Start und legte eine 2:0-Satzführung vor, leistete sich dann aber zu viele Fehler und brachte Ahlhorn damit in die Partie. Einen 3:7-Rückstand holte der TVB im dritten Abschnitt zwar auf (8:8), doch danach machte Christoph Johannes die nächsten drei Punkte für Ahlhorn zum Satzanschluss.

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Nach der Pause wurde die Partie dann mehr und mehr zu einem offenen Schlagabtausch. Diesmal waren es die Gastgeber, die einen Rückstand aufholten, bei 7:10 drei Satzbälle abwehrten und in der Verlängerung mit 12:10 gewannen. Doch Ahlhorn hatte die richtige Antwort parat, holte sich die nächsten beiden Durchgänge und glich damit zum 3:3 nach Sätzen aus.

„Da sind wir gut zurückgekommen“, resümierte ASV-Spielertrainer Tim Albrecht. Doch wiederum verpennten die Gäste nach der zweiten Pause den Start. „Dagegen haben wir losgelegt wie die Feuerwehr“, meinte Brettorfs Trainer Klaus Tabke. Eine 8:2-Führung war der Grundstein zum nächsten Satzgewinn des TVB – 4:3. Und auch im achten Abschnitt schien es zunächst so, als könnten die Brettorfer schnell alles klar machen: 7:2 – 10:4 – sechs Matchbälle. Doch plötzlich zeigten die jungen Brettorfer Nerven. Ahlhorn kämpfte sich nicht nur heran, sondern holte sich mit acht Punkten in Folge tatsächlich den Satz.

„So viele Matchbälle wie heute hatte ich glaube ich noch nie in meiner Trainerkarriere“, hielt Tabke später fest und fügte hinzu: „Ich muss meiner jungen Mannschaft ein Lob aussprechen, dass sie sich danach noch gefangen hat.“ Anstatt dem bitteren Satzverlust nachzutrauern, bewiesen die Brettorfer eine tolle Moral und waren im alles entscheidenden neunten Durchgang sofort wieder da. Vor allem Moritz Cording verdiente sich in dieser Phase in der Abwehr die Bestnote. „Was der hinten rausgeholt hat, war schon extrem stark“, betonte sein Trainer.

„Wir haben leider den Schwung unserer Aufholjagd nicht mitnehmen können“, bedauerte Albrecht. Brettorf erspielte sich schnell eine 4:1- und 8:3-Führung und machte diesmal in der Schlussphase nach zwei starken Angaben von Hauke Rykena den Sack zu. „Es war klasse, dass wir nach den vergebenen Matchbällen nicht den Kopf haben hängen lassen“, lobte Klaus Tabke. „Das Ergebnis ist natürlich ernüchternd“, hielt Tim Albrecht fest. „Nichtsdestotrotz war es zu letzter Woche eine deutliche Steigerung, wir haben uns nichts vorzuwerfen.“

TV Brettorf: Malte Hollmann, Hauke Rykena, Hauke Spille, Tom Hartung, Moritz Cording, Timo Kläner (n.e.)

Ahlhorner SV: Christoph Johannes, Tim Albrecht, Paul Barklage, Mats Albrecht, Andrej Macht, Erik Grotelüschen (n.e.)

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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