Brettorf /Ahlhorn Eigentlich hatte Nils-Christoffer Carl seine aktive Karriere als Faustballer schon vor etwa zwei Jahren beendet. Doch auch in der Geschichte des Ahlhorners steckt im Begriff „eigentlich“ die berühmte Einschränkung. Denn seit dieser Hallensaison greift Carl wieder für den Ahlhorner SV in der 1. Bundesliga Nord der Männer an. Mit seinen 40 Jahren ist der Faustballer, dessen Markenzeichen der hochgekrempelte rechte Trikotärmel ist, im Derby beim TV Brettorf an diesem Freitag (20 Uhr, Sporthalle Bareler Weg) der mit Abstand älteste Spieler.

„Ich komme damit gut klar, wir haben unseren Spaß“, sagt Carl mit Blick auf die Altersstruktur in seiner Mannschaft. Zum Vergleich: Der jüngste Akteur im aktuellen ASV-Kader, Jan Hermes, ist gerade einmal 18 Jahre jung. Dass es überhaupt zu Carls Comeback kam, ist der angespannten personellen Situation beim Bundesligisten geschuldet. Hauptangreifer Christoph Johannes plagt sich mit einer langwierigen Knieverletzung herum und wirkt in dieser Hallensaison allenfalls sporadisch mit. Abwehrspieler Paul Barklage kehrte dem ASV gänzlich den Rücken. „Als die Jungs gefragt haben, wollte ich sie nicht hängen lassen“, erklärt Carl.

Während der Vorbereitung startete der Ahlhorner quasi von Null auf Hundert durch. „Ich habe von Training zu Training gemerkt, dass die Bewegungsabläufe immer besser wurden“, erzählt der Routinier. Vom Vorhaben, bei Bedarf aufzuhelfen, wurde dann auch direkt mehr: Von den ersten drei Saisonspielen hat er keines verpasst. „Ich merke aber, dass ich so ein Neunsatzspiel wie in Leichlingen vor zwei Wochen auch nicht mehr so einfach wegstecke“, schmunzelt der Angreifer.

In der mittlerweile seit 35 Jahren währenden Derbygeschichte zwischen den beiden Rivalen hat Nils-Christoffer Carl, der als 18-Jähriger sein erstes Bundesligaspiel bestritt, mit Ausnahme seiner zweijährigen Pause kaum ein Duell verpasst. „Es waren sehr viele Spiele“, blickt der Ahlhorner zurück. „Derbys sind immer speziell, jedes hat seinen Charme – vor allem, wenn die Halle voll und die Stimmung gut ist“, betont er. Für das Match an diesem Freitag sieht er den TV Brettorf in der Favoritenrolle. „Da tun wir uns erfahrungsgemäß immer schwerer“, sagt Carl, der auch in diesem Derby dabei ist und sich einiges vornimmt: „Wenn ich aufs Spielfeld gehe, dann will ich gewinnen! Das ist heute nicht anders als damals.“

„Ob es in diesem Spiel einen großen Favoriten gibt, kann ich nicht abschätzen“, meint derweil Brettorfs Trainer Klaus Tabke. Er habe Ahlhorn vergangene Woche beim deutlichen 5:1-Sieg gegen Leichlingen beobachtet. „Daher weiß ich, dass wir eine richtig gute Leistung abrufen müssen, wenn wir gewinnen wollen“, sagt er. Dazu komme die Anspannung bei seinen Spielern. „Ich habe bereits viele Derbys hinter mir, bei den Jungs sieht’s anders aus. Die sind etwas nervöser – zumal diese Spiele ohnehin ihre eigenen Gesetzte haben“, sagt Tabke. Er könne sich durchaus vorstellen, dass man gegen Ahlhorn über neun Sätze gehen muss. „Aber meine Jungs sind stark in Form und haben eine gute Kondition“, gibt sich der TVB-Trainer zuversichtlich. Lediglich bei Angreifer Hauke Rykena (Ellbogendehnung) entscheide sich erst kurz vor dem Spiel, ob ein Einsatz möglich ist. Auch bei den Ahlhornern sieht es personell gut aus, wenngleich Abwehrspieler Mats Albrecht nach einer Zerrung noch leicht gehandicapt ist.

Zwei Tage nach dem Derby müssen beide Landkreisclubs noch einmal am Sonntag ran. Brettorf tritt beim VfL Kellinghusen an (14 Uhr), Ahlhorn gastiert bereits um 11 Uhr beim Tabellenführer TSV Hagen 1860 – dort allerdings voraussichtlich ohne Johannes und „Derby-Dino“ Carl...

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
Gloria Balthazaar Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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