Bookholzberg „Hier ist unser Revier“, stand in großen Buchstaben auf dem Mannschaftsbus der Füchse Berlin Reinickendorf, der am Samstagnachmittag vor der Sporthalle am Ammerweg parkte. Zu Gast war die A-Jugend der Berliner, ungeschlagener Tabellenführer der Handball-Bundesliga Nord. Auch in der Bookholzberger Wildnis verteidigten die „Füchse“ ihr unbeflecktes Fell. Und dennoch verdiente sich das größte Lob an diesem Tag die Mannschaft der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg, denn sie zeigte trotz der klaren und im Prinzip nicht zu verhindernden 23:34 (10:19)-Heimniederlage gegen den Ligaprimus eine ganz starke Vorstellung. Diese honorierten auch die 300 Zuschauer, die ihr Team selbst in der letzten Minute noch lautstark anfeuerten.

„Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der Jungs. Wahrscheinlich haben wir heute gegen den kommenden Deutschen Meister gespielt“, sagte HSG-Trainer Stefan Buß nach der Partie und hob vor allem den Einsatz in der zweiten Halbzeit hervor. „Da haben wir trotz des klaren Rückstands weitergespielt und gekämpft“, meinte Buß mit Blick auf die zweiten 30 Minuten, die seine Mannschaft nur mit zwei Toren Differenz verlor.

Schon in den ersten 20 Minuten gelang es dem krassen Außenseiter, dem Tabellenführer einige Fallen zu stellen und die Partie ausgeglichen zu gestalten. Rückraumshooter Kian Krause warf den Ausgleich zum 3:3 (7. Minute), und Nico Hennemann verkürzte den folgenden Rückstand mit einem starken Treffer von Rechtsaußen noch einmal zum 4:5. Offensichtlich wurde aber auch früh, dass die offensive 3:3-Deckung der Berliner die Gastgeber vor Probleme stellte. So lauerten die listigen Füchse förmlich auf Ballgewinne und nutzten diese häufig zu Gegenstoßtoren. Nach dem 7:11 verkürzte Mirco Reuter mit zwei Treffern über die rechte Angriffsseite zum 9:11 (20.). Endgültig in Bedrängnis fühlten sich die Gäste eine Minute später nach dem 10:12 durch Jona Schultz. Gäste-Trainer Bob Hanning wirkte kurzzeitig fuchsig und rief sein Rudel zum Team-Timeout zusammen.

„Leider haben wir in den letzten neun Minuten der ersten Halbzeit den Faden verloren und dem Gegner zu leichten Toren verholfen“, meinte Buß zur spielentscheidenden Phase. Denn nach dieser Auszeit waren die Gastgeber eine leichte Beute für die Reinickendorfer, die mit neun Toren in Folge leichtfüßig enteilten. Dabei war nicht nur das Tempospiel des Tabellenführers beeindruckend, sondern auch der Positionsangriff, der sich durch viel Druck auf die Nahtstellen der HSG-Abwehr mit schnellen und präzisen Abschlüssen auszeichnete.

Trotz der sich anbahnenden Niederlage fanden die Bookholzberger in der zweiten Halbzeit wieder die richtige Fährte und boten einen beherzten Auftritt. Vor allem Torhüter Jan Kinner, der 60 Minuten durchspielte, begeisterte mit seinen Paraden und erntete mehrfach Szenenapplaus. „Es ist schon geil, gegen diese Mannschaft Bälle zu halten. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Aber die ganze Mannschaft hat ein gutes Spiel gemacht und stark gekämpft“, sagte der Keeper.

„Die Jungs haben sich diesmal nicht aufgegeben, das war sehr positiv“, lobte HSG-Coach Buß. Die Beute konnten die Bookholzberger ihren Gästen zwar nicht entreißen, doch ließen sie den Rückstand auch nicht mehr wesentlich größer werden. „Die HSG hat das gut gemacht und sich viel besser verkauft als im Hinspiel“, gab es schließlich auch ein verdientes Lob von Berlins Trainer Hanning.

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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