Bergedorf /Rio De Janeiro Die Spannung stieg mit jedem Reiter, der den Springparcours hinter sich gebracht hatte. Hoffen und Bangen standen den etwa 40 Bergedorfern und anderen Reitsportfreunden ins Gesicht geschrieben, die am Dienstagnachmittag abermals im Dorfgemeinschaftsraum zusammensaßen, um das abschließende Springen der olympischen Vielseitigkeit in der Live-Übertragung zu verfolgen.

Silber für Deutschland!

Die Hoffnung bei den Fans wuchs stetig. Erst blieb Sandra Auffarth ohne Fehler – und eine Medaille rückte wieder in Reichweite. Dann kam Team-Kollegin Ingrid Klimke ohne Abwürfe ins Ziel, zuletzt Michael Jung. Nun hing alles an den letzten Reitern. Mit jedem Fehler der Konkurrenten wuchsen die Chancen der Deutschen. Als beim Neuseeländer Sir Mark Todd gleich drei Stangen nacheinander fielen, folgten auf die ersten mitfühlenden „Ohs“ Klatschen und Jubel: Die Teammedaille für Deutschland war gesichert. Nach dem Ritt des Australiers Christopher Burton stand dann fest, was in Bergedorf nach der Geländeprüfung am Montag viele nicht mehr zu hoffen gewagt hatten: Silber für das deutsche Team und vor allem für Sandra Auffarth!

Inga Rosenthal, Tomke Baum und Anna-Lena Jerzembeck hüpften in diesem Moment vor Freude durch den Dorfgemeinschaftsraum. Die Freundinnen von Sandra Auffarth lagen sich in den Armen. „Das Fünkchen Glück ist zurück!“, freute sich Inga Rosenthal. „Die Medaille hat das Team haushoch verdient“, stimmte ihr Tomke Baum zu. „Es ist zwar blöd, den anderen Pech zu wünschen, aber wir freuen uns so sehr mit Sandra. Das ist so schön!“, fügte Baum noch ganz aufgeregt hinzu. „Wir haben es Sandra die ganze Zeit zugetraut. Wir wussten einfach, dass sie es noch schaffen kann“, sagte Anna-Lena Jerzembeck.

Ähnlich euphorisch war Evi Buckenberger, stellvertretende Vorsitzende des Reitervereins Ganderkesee. Auch sie hatte die Entscheidung im Dorfgemeinschaftsraum verfolgt. „Der ganze Verein hat mitgefiebert“, erzählt sie. „Alles in allem hat sich der Ausflug für Bärbel und Sandra gelohnt“, ist sie sicher. „Dass es fast noch für Gold gereicht hat, damit hatte heute morgen keiner gerechnet“, sagte sie lachend. „Wolle und sie haben für das Team wieder alles gegeben.“

Bürgermeisterin lobt

Unter denjenigen, die Auffarths Ritt aus der Ferne verfolgt haben, war auch Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas. „Nach dem schwierigen Geländeritt war das ein super Abschluss von Sandra. Sie hat beim Springen die Nerven behalten und einen großen Beitrag zur Silbermedaille geleistet“, kommentierte das Gemeindeoberhaupt den Erfolg des deutschen Teams. „Silber ist mehr als ein Achtungserfolg, es bestätigt, dass in der Gemeinde Ganderkesee Reitsport auf Weltklasseniveau abgeliefert wird. Die Ganderkeseer sind sehr stolz auf Sandra und ihr Pferd Wolle.“

Auch Gisa Beckmann, Vorsitzende des Kreisreiterverbands Delmenhorst, zollte der Bergedorferin Respekt – insbesondere für deren Haltung nach den Patzern in Dressur und Geländeritt. „Ich fand es toll, dass sie die Verantwortung sofort auf sich genommen hat. Wir freuen uns, eine Reiterin in unseren Reihen zu haben, die so konstant auf Erfolgskurs reitet.“

Detlef Kupner, Vorsitzender des Schützenvereins Bergedorf, hatte im Dorfgemeinschaftsraum mitgefiebert und freute sich riesig über den Erfolg seiner Nachbarin: „Silber musste einfach sein – olympisches Gold und Bronze hatte Sandra ja schon!“

Anna Lisa Oehlmann Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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