Ganderkesee /Caen Mit einem furiosen Ritt in der Springprüfung des Vielseitigkeitswettbewerbs der Weltreiterspiele im französischen Caen ist für die Bergedorferin Sandra Auffarth am Sonntagnachmittag ein Traum in Erfüllung gegangen. Sie sicherte sich auf dem Rücken ihres zwölfjährigen französischen Wallachs Opgun Louvo die Goldmedaille in der Mannschafts- und der Einzelwertung.

„Das ist unglaublich, unfassbar. Ich bin einfach nur stolz auf mein Pferd. Das ist ein Traum“, sagte Auffarth nach ihrem Goldritt. Ein Lob erhielt sie von Bundestrainer Hans Melzer: „Sie ist absolut reif für den Titel, das hat sie mit Souveränität bewiesen. Sie ist die verdiente Einzelsiegerin.“

Endstand

Gleich zwei deutsche Starter stehen nach den drei absolvierten Prüfungen in der Vielseitigkeit ganz oben. Gold bei den Weltreiterspielen in Caen geht an Sandra Auffarth, den zweiten Platz sicherte sich ihr Mannschaftskollege Michael Jung.

Hier die Ergebnisse auf einen Blick: 1. Sandra Auffarth, Opgun Louvo 52.0 Wertung, 2. Michael Jung, Fischerrocana, 52.3, 3. William Fox-Pitt (England), Chill Morning, 54.3, 4. Jonelle Price (Neuseeland), Classic Moet, 56.5, 5. Maxime Livio (Frankreich) Qalao des Mers, 58.5, 6. Karin Donckers (Belgien), Fletcha van’t Verahof, 60 7. Peter Thomsen, Horseware’s Barny, 60.3, 8. Boyd Martin (USA), Shamwari, 63.9, 9. Andrew Nicholson (Neuseeland), Nereo, 64.5, 10. Andreas Ostholt, So is et, 64.7.

Team: Auch in der Mannschaftswertung holte die Reiterin aus dem Landkreis Oldenburg die Goldmedaille. Mit großem Abstand vor den Zweiten aus Großbritannien siegte die deutsche Equipe: 1. Deutschland 177,9 Strafpkt. (Michael Jung/Horb - Rocana, Ingrid Klimke/Münster - Escada, Dirk Schrade/Sprockhövel - Hop and Skip, Sandra Auffarth/Ganderkesee - Opgun Louvo); 2. Großbritannien 198,8 (William Fox-Pitt - Chilli Morning, Kristina Cook - De Novo News, Zara Phillips - High Kingdom, Harry Meade - Wild Lone); 3. Niederlande 246,8 (Elaine Pen - Vira, Tim Lips - Keyflow, Merel Blom - Rumour has it, Andrew Heffernan - Boleybawn Ace); 4. Frankreich 251,5; 5. Australien 262,8; 6. Irland 319,3; 7. Kanada 356,0; 8. Brasilien 387,7

Im Fußballstadion von Caen war Auffarth auf dem Rücken von „Wolle“ nicht zu schlagen. Mit einer fehlerfreien Übung setzte sich die Bergedorferin vor ihrem Teamkollegen Michael Jung auf Rocana an die Spitze der Konkurrenz. „Sandra und Wolle sind heute superfrisch in den Wettkampf gegangen, obwohl der Geländeritt ihnen gestern sehr viel abverlangte“, freute sich Bärbel Auffarth, die ihre Tochter zur Weltmeisterschaft in die Normandie begleitet hatte: „Sie haben das einfach klasse nach Hause geritten.“

Nach Auffarths starkem Auftritt in der Dressur am Freitagnachmittag musste die Ganderkeseerin in der Geländeprüfung zunächst dem Briten William Fox-Pitt den Vortritt lassen. Die Wertung von 16.8 genügte nicht, um die Nummer eins der Weltrangliste auf Distanz zu halten. Fox-Pitt und Chilli Morning zogen mit 12.8 Fehlerpunkten an Auffarth und Wolle vorbei, der Abstand vor dem entscheidenden Springwettkampf betrug nur 1.7 Fehlerpunkte.

„Ich bin super zufrieden, wie Wolle den anspruchsvollen Vier-Sterne-Kurs gemeistert hat. Wir wussten, dass der Parcours schwer ist und die Bedingungen nicht die besten sind“, zeigte sich Auffarth nach der Geländeprüfung am Sonnabend zufrieden. Lediglich am ersten Wasserhindernis gab es eine kleine Schrecksekunde für das Duo. „Ich wollte Wolle nicht auspowern und lieber ein paar Zeitfehler riskieren. Mein Ziel war eine gute Nullrunde für das Team zu erreiten. Denn das ist unser oberstes Ziel. Wir sind auf Goldkurs und wollen diese Position verteidigen.“

Und dieses Vorhaben sollte am Sonntagnachmittag auch gelingen. Vor den Augen von 18 000 Zuschauern in Caen ließ sich die Bergedorferin zusammen mit ihren Teamkameraden Michael Jung, Ingrid Klimke und Dirk Schrade ausgiebig feiern. Das deutsche Team verwies Großbritannien und die Niederlande auf die Plätze zwei und drei.

Nach der Goldmedaille in der Teamwertung und dem dritten Platz im Einzel bei den Olympischen Spielen von London vor zwei Jahren, erweitert Auffarth ihre Medaillensammlung um zwei WM-Titel: „Es ist noch immer unglaublich. Wir sind Weltmeister und wir sind für Olympia qualifiziert. Das ist mehr, als wir wollten.“

Doch nicht nur in der Normandie, sondern auch in ihrer Heimat wurde der Erfolg der Ausnahmereiterin gebührend gefeiert. In Bergedorf wurde auf dem Schützenfest gemeinsam der Gold-Ritt im Fernsehen verfolgt. Bei der Proklamation des Königshauses versprach der erste Vorsitzende des Bergedorfer Schützenvereins, Detlef Kupner, „an diesem Abend noch ein Fass auf Sandra zu leeren.“ Zudem soll nun geprüft werden, ob ein Empfang für die Doppelweltmeisterin im Ganderkeseer Rathaus möglich ist.

Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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