AHLHORN

Die Gäste führten zur Pause schon mit 4:0. Doch Ahlhorn kämpfte sich noch einmal heran. Von Jörg Schürmeyer AHLHORN - „Ja, is denn heut schon Weihnachten?“ – an diesen Werbeslogan von Franz Beckenbauer mögen vermutlich einige beim Derby in der Fußball-Bezirksklasse zwischen dem Ahlhorner SV und dem TSV Ganderkesee gedacht haben. Denn selten verteilten zwei Teams so viele Geschenke wie bei diesem 4:3-Erfolg der Gäste.

Von Beginn an merkte man beiden Mannschaften an, dass sie im Abstiegskampf stecken. Viele Stockfehler und Fehlpässe prägten das Spiel. Dabei erwischte Ahlhorn den besseren Start und hatte durch Mario Gerdes (6.) und Carsten Stammermann (10.) die ersten Torchancen.

Doch die kalte Dusche folgte in der 13. Minute. Dieter Ordemann tankte sich durch, suchte einen Mitspieler für einen Doppelpass, fand aber nur ein gegnerisches Abwehrbein, von dem ihm der Ball perfekt zum 1:0 in den Lauf gespielt wurde. Noch gütiger halfen die Gastgeber beim 0:2 mit. Gerdes verlor den Ball an Martin Koschei, der aus 25 Metern abzog. Die bessere Rückgabe ließ Torwart Alexander Lohrey durch die Beine passieren.

Ins Ahlhorner Spiel kam nun ein Bruch. Vor allem die Defensive wirkte völlig verunsichert. Als die Abwehr den Ball zum wiederholten Mal nicht wegschlagen konnte, nahm Jan Auffarth den Abpraller auf und hob ihn direkt aus 18 Metern über Lohrey hinweg zum 3:0 (31.). In der 41. Minute gelang dem genesenen Florian Bauer mit einem tollen Schuss vom rechten Strafraumeck gar das 4:0.

Bei so viel Barmherzigkeit wollten die Gäste nicht zurückstehen. Zunächst übersah Ordemann bei einem Abwurf von Torhüter Tim Intemann den heranstürmenden Dominik Hentschel, der ohne Mühe einschob (64.). Nur zwei Minuten später stand John Momoh Abbas nach einem Freistoß sträflich ungedeckt und verkürzte auf 2:4.

Auf der Gegenseite hatten kurz darauf Christian Heinken und Bauer bei Kontern die Entscheidung auf dem Fuß. Stattdessen traf Stammermann per Kopf zum 3:4 (76.) und brachte die Gäste ins Wanken. In der 80. Minute zappelte der Ball sogar noch einmal im TSV-Netz. Doch der Schiedsrichter erkannte das Tor zum durchaus verdienten 4:4 wegen gefährlichen Spiels nicht an – eine fragwürdige Entscheidung.

Ahlhorns Trainer Dirk Lellek wollte die Niederlage allerdings nicht an dieser strittigen Szene festmachen. „Wir haben das Spiel schon in der ersten Halbzeit verloren. Einige meiner Spieler haben nach dem 3:3 gegen Esenshamm wohl geglaubt, sie wären schon dreimal Weltmeister. Mit so einer Einstellung kann man im Abstiegskampf aber nicht bestehen.“

Sein Gegenüber Matthias Trätmar sprach von einem „verdienten Sieg in einer „der seltsamsten Partien, die ich je erlebt habe. Ich hoffe, dass auch in den nächsten Spielen das Glück auf unserer Seite ist.“ Nur auf das Glück wird sich der TSV allerdings nicht verlassen können. Denn noch einmal so viele Geschenke wird es wohl wirklich erst an Weihnachten geben.

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