Ahlhorn /Brettorf /Moslesfehn Die sechs besten deutschen Frauenfaustballmannschaften messen sich an diesem Wochenende, 3. und 4. März, in Illertissen. Bei den vom SV Tannheim ausgerichteten Deutschen Hallenmeisterschaften starten die jeweils drei stärksten Teams der Bundesligen Nord und Süd.

Dabei gibt es eine äußerst kuriose Premiere: Alle drei Nord-Vertreter kommen aus dem Landkreis Oldenburg. Titelverteidiger Ahlhorner SV, DM-Neuling TV Brettorf und SV Moslesfehn reisen nach Baden-Württemberg und wollen dort die DM zu Landkreis-Festspielen machen. Auf den ersten drei Rängen der Süd-Bundesliga qualifizierten sich TSV Dennach, TSV Calw sowie TV Eibach.

Die Besucher in der Illertisser Vöhlinhalle können sich auf zahlreiche international erfolgreiche Faustballerinnen freuen, die für hochklassige Partien sorgen werden. Das DM-Event beginnt am Samstag, 3. März, um 11 Uhr mit den Spielen der Vorrundengruppen. Der Ahlhorner SV eröffnet direkt gegen Moslesfehn das Turnier, anschließend treffen die beiden Landkreisclubs noch auf Calw. Die Brettorferinnen bekommen es bei ihrer ersten DM-Teilnahme überhaupt mit Eibach und Dennach zu tun. Die Halbfinals werden am Sonntag, 4. März, ab 10 Uhr angepfiffen, das große Finale steht gegen 14.30 Uhr auf dem Spielplan.

Ahlhorner SV

Als Titelverteidiger und Sieger der Bundesliga Nord reist der Ahlhorner SV nach Illertissen. Dazu sind die ASV-Frauen ein echter Dauerbrenner bei Hallenmeisterschaften. An den letzten zehn DM-Endrunden unter dem Hallendach nahmen die Blau-Weißen teil und gewannen hier beeindruckende sieben Mal den Titel. Nun reist die Mannschaft von Trainerin Edda Meiners mit 26:6 Punkten in den Süden. „Wir sind mit dem Resultat der Punktspiele mehr als zufrieden. Dass wir uns als Nord-Erster qualifizieren, war nach den ersten Spieltagen für uns alles andere als zu erwarten“, zieht Abwehrspielerin Sandra Wortmann ein positives Fazit.

Angreiferin Pia Neuefeind konnte aufgrund ihres Studiums die gesamte Saison über nur einmal wöchentlich am Training teilnehmen. So gab es gegen den TV Jahn Schneverdingen eine und gegen Brettorf sogar zwei Niederlagen. „Unsere Leistungen waren nicht immer konstant, so dass der Staffelsieg für uns ein umso größerer Erfolg ist“, sagt Wortmann.

In Vorbereitung auf die DM wurde das Training noch einmal intensiviert, viele Trainingsspiele gegen die männliche B-Jugend bestritten. In der Vorrunde warten mit dem TSV Calw und dem SV Moslesfehn die beiden Gegner aus dem Vorjahr. Wortmann: „Wir treffen in Tannheim auf zwei bekannte Gegner, die uns mittlerweile auch so gut kennen, dass sie unsere Schwächen genau auszunutzen wissen.“ Der ASV hat sich vorgenommen, von Beginn an zum eigenen Spiel zu finden und die Gegner unter Druck zu setzen. „Calw hat sich in den letzten Jahren immer weiter entwickelt, mit zwei Weltmeisterinnen im Kader sowie starken Nachwuchsspielerinnen weisen sie einen beachtlichen Kader auf, vor dem wir großen Respekt haben“, sagt Wortmann. „Gegen Moslesfehn haben wir es oftmals schwer gehabt. Aber wir wollen mit Selbstvertrauen in die Partien gehen, von Spiel zu Spiel denken, um so natürlich möglichst das Halbfinale zu erreichen“, gibt Wortmann die Richtung vor.

TV Brettorf

Es ist jetzt schon der größte Erfolg der Brettorfer Vereinsgeschichte im Frauenfaustball – das kann ihnen keiner mehr nehmen. Dank einer ganz starken Saison haben sich die TVB-Frauen zum ersten Mal für eine Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Dabei machten es die Schwarz-Weißen nach gutem Saisonverlauf in den letzten Begegnungen noch einmal spannend, lösten das Ticket nach Illertissen erst mit einem Sieg im letzten Spiel gegen Nord-Meister Ahlhorn. „Trotz oder gerade durch die durchwachsenen Leistung an den letzten beiden Spieltagen, war die Freude und Erleichterung über die erste DM-Quali am Ende riesig“, sagt Angreiferin Laura Marofke, die auf eine insgesamt starke Spielzeit des TVB zurückblickt. „Wir haben in dieser Saison gut als Team funktioniert und uns gegen etablierte Clubs wie Ahlhorn und Schneverdingen durchsetzen können. Jetzt müssen wir an der Konstanz arbeiten und unsere Leistungen konsequenter abrufen. Aber mit der bisherigen Mannschaftsentwicklung und der DM-Quali in der Hand fällt das Fazit sehr positiv aus“, sagt die Vize-Weltmeisterin von 2010.

Sie kann als Einzige der TVB-Spielerinnen bereits auf Teilnahmen bei Deutschen Meisterschaften der Frauen zurückblicken. Erst mit dem TV Jahn Schneverdingen, später dann lange Zeit mit dem MTSV Selsingen hatte sie im Kampf um die DM-Titel immer ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Im vergangenen Jahr gewann Marofke mit dem MTSV Bronze in Stammheim – seitdem schlägt sie beim TV Brettorf auf und sorgt im recht jungen Team für die nötige Erfahrung: „Ich kann meinen Mannschaftskolleginnen nur mitgeben, die DM zu genießen, Spaß am Faustball zu haben und auf ihr eigenes Potenzial zu vertrauen.“ Vor der DM setzte Trainerin Rieke Buck, mit der Marofke lange Zeit gemeinsam in Selsingen spielte, vor allem auf eine ausgewogene Vorbereitung, bei der keine speziellen Schwerpunkte mehr gelegt wurden.

In der Vorrunde treffen die Schwarz-Weißen auf Dennach und Eibach. „Für das junge Team vom TV Eibach ist es ebenfalls die erste DM-Teilnahme bei den Frauen und somit das für uns wichtigere Spiel. Hier erwarte ich ein Duell auf Augenhöhe. Aber auch gegen den TSV Dennach müssen wir uns nicht verstecken“, betont Marofke.

SV Moslesfehn

Es war wieder einmal eine spannende Angelegenheit im Kampf um das DM-Ticket für die Truppe vom Küstenkanal. Erst am letzten Spieltag machte die Mannschaft von Trainer Till Oldenbostel die Teilnahme in Illertissen perfekt. „Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, dass wir uns auf den letzten Drücker qualifizieren. Die Hinrunde läuft meist besser als die Rückrunde, so dass wir es immer noch spannend machen. Diese Saison sind wir gut gestartet, hatten aber immer wieder gute und schlechte Tage. Umso glücklicher waren wir, als die Qualifikation geschafft war“, sagt SVM-Angreiferin Sabine Grüning.

In der Vorrunde warten mit Ahlhorn und Calw zwei harte Brocken auf den SVM. „Diese Vorrundenkonstellation kennen wir aus dem letzten Jahr, wobei es damals nicht gut für uns ausging. Ahlhorn und Calw sind zwei harte Gegner mit viel DM-Erfahrung. Trotzdem ist auf einer DM alles möglich“, sagt Grüning. Dafür wurde im Training noch einmal für alle Positionen gezielte Übungen gemacht. „Vor allem haben wir uns aber auf das Spielen konzentriert.“

Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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