Ahlhorn /Brettorf Was für ein furioser Hinrunden-Endspurt: Mit ihrem dritten Sieg in Folge haben sich die Faustballer des TV Brettorf in der 1. Bundesliga Nord noch auf den fünften Tabellenplatz verbessert – und damit nur aufgrund des etwas schlechteren Satzverhältnisses gegenüber dem Ahlhorner SV die Meisterrunde der vier besten Teams der Nordstaffel verpasst. Am Samstagnachmittag bezwangen die Brettorfer das Ligaschlusslicht Leichlinger TV klar mit 5:1, was anschließend bei der Freiluftfete gefeiert wurde. Völlig chancenlos war hingegen der Ahlhorner SV bei seiner 0:5-Heimpleite gegen den VfK Berlin.

Rückrunde

In der 1. Faustball-Bundesliga der Männer ist die Hinrunde am Wochenende abgeschlossen worden. Der VfK Berlin, VfL Kellinghusen, TV Voerde und Ahlhorner SV haben die Meisterrunde erreicht und ermitteln nun in der zweiten Saisonhälfte die drei DM-Teilnehmer – wobei der Tabellenvierte Ahlhorn als Ausrichter sein DM-Ticket schon sicher hat, so dass sich neben dem ASV nur noch zwei weitere Teams qualifizieren werden.

Ahlhorn eröffnet zu Hause gegen Berlin (23. Juni) und muss danach auswärts beim VfL Kellinghusen (30. Juni) und TV Voerde (22. Juli) ran.

In der Platzierungsrunde werden die beiden Absteiger ausgespielt. Hier tritt der TV Brettorf zunächst auswärts beim Leichlinger TV an (23. Juni), ehe zwei Heimspiele gegen TK Hannover (30. Juni) und TSV Hagen (22. Juli) folgen.

TV Brettorf - Leichlinger TV 5:1 (11:7, 11:6, 15:14, 11:5, 9:11, 11:6). „Bei einem Blick auf die Tabelle ärgere ich mich schon ein bisschen“, resümierte TVB-Trainer Klaus Tabke. Ein Sieg oder auch nur ein paar Sätze mehr, und sein Team hätte das Saisonziel Klassenerhalt bereits vorzeitig erreicht. „Wir haben am Anfang der Saison einfach etwas Zeit gebraucht, um uns in der neuen Konstellation zu finden“, begründete Tabke. Das Auswärtsspiel in Ahlhorn sei ein Wendepunkt gewesen, so der TVB-Trainer. Trotz der 2:5-Niederlage habe seine Mannschaft im Derby gezeigt, „zu welchen Leistungen sie imstande ist“. „Danach haben sich die Jungs weiter gesteigert, tollen Faustball gespielt und sich mit drei Siegen belohnt“, freute sich Tabke.

Daran knüpften die Brettorfer eben auch im Heimspiel gegen Leichlingen an. Nachdem der erste Satz bis zur Mitte noch ausgeglichen verlief, setzten sich die Gastgeber zum Ende hin doch noch deutlich ab. Auch im zweiten Satz zog der TVB in der Aufstellung Malte Hollmann, Hauke Rykena, Marcel Osterloh, Hauke Spille und Tom Hartung sein Spiel durch. Etwas nachlässiger agierten die Schwarz-Weißen allerdings in Durchgang drei, wo sie auch Satzbälle abwehren mussten und erst in der Verlängerung knapp vorne lagen. Nach der Pause agierte der TVB dann wieder konzentriert und erhöhte auf 4:0. Auch wenn sich in Abschnitt fünf noch einmal der Schlendrian einschlich, geriet der Heimsieg nicht mehr in Gefahr. Dafür agierten die Gastgeber, bei denen sich mittlerweile Moritz Cording in der Abwehr nahtlos eingefügt hatte, in der Schlussphase wieder konzentriert und souverän. „Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung“, lobte Tabke hinterher sein Kollektiv.

Ahlhorner SV - VfK Berlin 0:5 (6:11, 7:11, 7:11, 5:11, 7:11). Diese Partie würde Ahlhorns Trainer Karsten Bilger möglichst so schnell wie möglich aus seinem Gedächtnis streichen. Bei der 0:5-Heimniederlage gegen den amtierenden Deutschen Meister und Tabellenführer Berlin war der ASV die gesamte Partie über chancenlos – und schaffte es für die am kommenden Wochenende startende zweite Saisonhälfte nur mit Glück in die Meisterrunde.

Nicht einmal 60 Minuten reine Spielzeit duellierten sich die Ahlhorner mit dem Team aus der Hauptstadt – und konnten nicht einen Satz einigermaßen offen gestalten. So bestimmten die kompakt agierenden Berliner das gesamte Spielgeschehen. „Wir haben defensiv einfach zu wenig Schritte gemacht, um den Ball auch zu bekommen“, bemängelte ASV-Coach Karsten Bilger, der auch das Fehlen des verletzten Tim Albrecht nicht als Ausrede gelten lassen wollte. „Wir haben heute kein Bundesliganiveau gezeigt“, kritisierte Bilger.

Albrecht wurde in gleich vielfacher Hinsicht schmerzlich vermisst. An viele kurz geschlagene Bälle kamen die Ahlhorner nicht heran, der Zweitschlag blieb drucklos, und in der Abwehr unterliefen den Hausherren ungewohnt viele einfache Fehler. Auch die Einwechslung der Nachwuchsspieler Andrej Macht und Rafael Drenske brachte an diesem Tag nicht die gewünschte Wirkung. So setzte Ahlhorn seine Negativserie fort und blieb im dritten Spiel in Folge ohne Sieg.

Nun gilt es, den Schalter wieder umzulegen. „Wir müssen uns jetzt in den kommenden sechs Wochen und den drei Spielen der Rückrunde wieder in Bundesliga- und DM-Form bringen“, fordert Bilger, der die Spieler direkt im Anschluss an die Niederlage in einen großen Kreis zusammenrief und sie auf die kommenden Aufgaben einschwor. Das DM-Ticket ist dem ASV als Ausrichter bereits sicher – doch ohne eine enorme Leistungssteigerung könnte die Meisterschaft vor heimischem Publikum im August in einem Fiasko enden...

Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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