Wildeshausen Präsident Jochen Siems verschaffte sich am Dienstagabend mit einem energischen Schlag auf die Tischplatte Gehör. Mit überzeugender Miene ließ er auch das letzte lockere Gespräch der elf erschienenen Mitglieder verstummen. Es stand Wichtiges zur Generalversammlung des „Kegelclubs Neuntödter von 1895“ in Wildeshausen an, nämlich die Feier des 120. Geburtstages der Kegelbrüderrunde.

Doch bis dieser offizielle Teil abgehandelt werden konnte, plauderten die eigentlich sonst zwölf Kegelbrüder – einer war erkrankt – über längst vergangene Zeiten und das, was nun kommen wird. Denn mit der Schließung der Gaststätte Wolters müssen sich die „Neuntödter“ im neuen Jahr nun auch nach einer neuen Bleibe umsehen.

Um es gleich vorwegzunehmen, im „Wildeshauser Hof“ soll nun die Kugel geschoben werden. Freilich auf einer Bahn im Miniformat. Nach der Devise: Man wird ja nicht jünger. Obwohl: Die Option auf eine große Bahn halten sich die Neuntödter offen.

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Doch an diesem Abend war das alles noch Zukunftsmusik. Siems: „Wir sind ein Club, der über die vielen Jahre immer zusammengehalten hat. Aus den diensttäglichen Kegelabenden ist längst eine tiefe Freundschaft unter uns allen geworden.“

Touren nach Mallorca

Entsprechend groß war das Hallo. Jeder wusste etwas zu erzählen, von den jährlichen Reisen durch nahezu ganz Europa. Siems: „Am schönsten war es eigentlich immer in der Sonne auf Mallorca“. In jüngster Zeit wurden mehr die Städtereisen anvisiert, denn irgendwann gehen die Reiseziele aus, hieß es aus der illustren Runde.

Zum Hintergrund: Am 10. Dezember 1895 entschlossen sich die Club-Gründer Carstens (Zeichner), Meyer (Bauschreiber), Stelling (Bauaufseher), Grashorn (Bauaufseher), Grashorn (Maurermeister), Junge (Postassistent) und Willers (Gendarmerie-Sergeant) in der damaligen Gaststätte Kolloge, den Kegelclub Neuntödter aus der Taufe zu heben. Zum Ehrenmitglied wurde sofort Vereinswirt „Onkel Kolloge“ ernannt, der auch mit unterschrieb – wie drei weitere Herren mit nicht genau überlieferten Namen: Johann Graebel, ein H. Leoyes, ein Naehring und Fr. Stöver. „Die alten handschriftlichen Statuten sind heute noch vorhanden“, sagte Siems und zeigte eine Kladde von damals.

Über all die Jahre bis heute hat der Kegelclub Bestand gehabt. Daran änderten auch die beiden Weltkriege nichts.

Heute gehören dem Klub seit 1970 Jochen Siems, seit 1971 Ernst Frost, seit 1972 Dieter Hellbusch, seit 1973 Otto Flege, seit 1975 Egon Eilks, seit 1984 Peter Stegemann, seit 1995 Manfred Heinrichs, seit 1999 Udo Leibscher, seit 2001 Heino Poppe und Udo Apeler, seit 2006 Jürgen Koch und seit 2010 Helmut Ostendorf an. Zwölf an der Zahl, wie damals bei der Gründung.

Wie vieles ist auch die Aufnahme neuer Mitglieder nur durch einstimmige, geheime Abstimmung möglich. So regelt es die Satzung. „Wir handeln im Sinne der alten Statuten. So soll es auch in Zukunft weitergehen“, war die Botschaft von Siems, der seit 37 Jahren den Vorsitz inne hat.

Vorstand bestätigt

Und am Gründungstag, so wie in all den vergangenen 120 Jahren, wird auch der Vorstand gewählt, so wie an diesem Jubiläumstag, dem 10. Dezember 2015. Dabei wird auf Bewährtes gesetzt. Neben Siems blieb Dieter Hellbusch Vizepräsident, Jürgen Koch Schriftführer und Heino Poppe Stellvertreter, Kassenführer Udo Leibscher, Stellvertreter Manfred Heinrichs und Reiseleiter Helmut Ostendorf.

Mit der Jahreszahl von 1895 auf dem Display der Kegelbahn, einem dicken Dankeschön für all die Jahre an Barbara Wolters und einem kräftigen dreifachen „Gut Holz“ beschlossen die Neuntödter das 120-Jährige.

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