Wildeshausen „Wirklichkeit“– gibt es sie oder ist sie nur eine subjektive Einbildung, ein Konstrukt vor dem eigenen Auge? Ein Jahr hatten sich im Seminarfach Theater 15 Schülerinnen des Gymnasiums Wildeshausen mit dem Begriff beschäftigt. Herausgekommen ist das Theaterstück „Katharsis“, eine digitale Aufführung um Sein oder Nichtsein, um Einbildung und Realität aus Sicht des Einzelnen, immer auf der Suche nach der einzigen „Wirklichkeit“.

Eine Theateraufführung, die am Freitagabend und Sonnabend im Forum des Gymnasiums für volle Stuhlreihen sorgte. Ein Stück für die jüngere Generation, wie die Besuchsvielfalt an diesem Abend dokumentierte. In der Literatur wird der Begriff „Katharsis“ nach Aristoteles als die seelische Reinigung als Wirkung der antiken Tragödie bezeichnet. In der Psychologie versteht man darunter die physische Reinigung durch Ausleben innerer Konflikte und verdrängter Emotionen, speziell von Aggressionen.

„Wirklichkeit“ ist ein schwer zu fassender Begriff, dessen Bedeutung die Schülerinnen während einer Studienfahrt nach Wien versuchten zu ergründen. Sie sammelten dabei Gedanken und Auffassungen von Passanten, Schauspielern und Mitschülern aus der ganzen Welt als Tondokumente.

Begleitet wurde das Jahresprojekt durch die Lehrerin und Tutorin Linda Bülow, die eingangs in die rund einstündige Aufführung einführte. Im Mittelpunkt der Aufführung steht Lu (Daria Onofaro/Mara Franz), die über ihre innere und äußere Welt zu „Katharsis“ führt.

Die Inszenierung beschreiben die Schüler als eine Reise durch das Konstrukt der Wirklichkeit, in der wir beheimatet sind. Stück für Stück wird sie zerlegt. Der Blick in den Spiegel, Google, das Sehen, die Zeit, verschiedene Stellen und mehr werden betrachtet. Dazu wurden immer wieder die aufgenommenen Ton-Kommentare eingespielt. Das alles in einer digitalen, kalten, auf das Wesentliche beschränkten Szenerie. Schließlich erscheint das Bekannte fremd, das Fassbare nicht länger greifbar und das Sichergeglaubte zweifelhaft. Was bleibt ist das Warten auf die „Katharsis“. „Wir wollen einatmen, einmal mehr, und dann fallen, wieder auftauchen, tief hinein in unsere Wirklichkeit“, beschreiben die Schülerinnen in einem ergänzenden Flyer zur Aufführung.

Hinter dem Projekt stehen ein enorm hoher Aufwand mit Technik und vielen Stunden Auseinandersetzung nebst Proben. In diesem Zusammenhang bedankten sich die Schüler beim Förderverein für die finanzielle Unterstützung.

Auf der Bühne standen Daria Onofaro, Mara Franz, Dustin Helmke, Stina Idel, Lynn Spille, Katharina Hertrampf, Paula Hasselmann, Anneke von der Ecken, Arne Sengstake, Lasse Badur, Charlotte Wellbrock, Sophie Völkner und Mareike Stahl. Regie führten Linda Bülow und Lynn Spille. Das Drehbuch schrieb Mara Franz.

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