Wildeshausen „Sehr familiär“, sagte Rafael Jung, als er in die Runde guckte. Das Wort passte, das der Leiter der Musikschule des Landkreises Oldenburg gewählt hatte. Rund 14 Besucherinnen und Besucher waren am Montagabend ins Kreishaus in Wildeshausen gekommen, um bei der Eröffnung der Ausstellung „Musikschule – durchs Objektiv betrachtet“ des Wildeshauser Fotografen Klaus Sekuly dabei zu sein.

„Irrsinnige Erfahrung“

Wer zur Vernissage kam, bekam nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch etwas für die Ohren. Einleuchtend: Die Ausstellung ist anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Kreismusikschule eröffnet worden. Damit wird das Jubiläum, das im Laufe des Jahres mit mehreren Veranstaltungen gefeiert wurde, ein weiteres Mal gewürdigt.

Auf die warmen Temperaturen schob Landrat Carsten Harings in seiner Eröffnungsrede, dass nicht noch mehr Besucher kamen – umso mehr hoffe er, dass in den nächsten vier Wochen viele Leute kommen, um sich die Fotos von Sekuly anzugucken.

Dieser war sichtbar angetan von der Darbietung der vier Schülerinnen und Schüler Elmira Heidenreich (Blockflöte), Clara Meyer-Nicolaus (Violine), Luca-Maximilian Müller (Violine) und Anton Bovensmann (Basso continuo), die zum Auftakt ein klassisches Stück zum Besten gaben. „Das war toll“, sagte Sekuly und schwärmte weiter: „Menschen, die konzentriert Musik machen, sehen einfach schön aus.“ Was für ihn so ganz und gar nicht schön aussieht, stellte er auch klar. „Leute, die nur auf ihr Handy gucken und diese Stöpsel im Ohr haben – das ist hässlich.“ In der Musikschule werde genau das Gegenteil vermittelt. Sich eben auf die Musik und nicht auf das Mobiltelefon zu konzentrieren.

Diese Momente hatte der Wildeshauser im Jahr 2017 über zwei Monate hinweg mit seiner Kamera eingefangen. „Es war ein Mordsspaß und eine irrsinnige Erfahrung. Ich denke, ich muss nicht großartig etwas erzählen, dafür sind es ja Bilder. Und ich glaube, wenn wir es mit diesen Bildern schaffen, Menschen zum Musikmachen zu motivieren, dann ist das kein Fehler.“

Die Aufnahmen sind in erster Linie während der Proben im Konzertsaal gemacht worden, erklärte Jung. Konzentriert sitzen Mädchen und Jungen an Cello und Geige. Ob die Bilder gestellt sind? „Dann würden die Musiker ja in die Kamera und nicht nach unten gucken“, entgegnete Sekuly mit einem Lächeln.

Kinder begeistern

Auch Mitarbeiter, so wie Musikschulleiter Jung, sind zu sehen. Charakterköpfe eben, sagte der Fotograf, die er noch aufnehmen wollte. Dass Schüler Spaß am Musizieren haben, ist auf den Bildern zu sehen. Ein Punkt, den Harings positiv hervorhob: Eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeit einer Musikschule sei die Befähigung, die Kinder und Jugendlichen für Musik zu begeistern und ihnen den Spaß daran zu vermitteln. „Es geht nicht nur um Gitarre und Klavier.“ Wie vielfältig die Musikschule sei, werde anhand der CD deutlich, die Anfang des Jahres herausgebracht worden ist. Die Vielfältigkeit der Instrumente war zudem im Juni bei zwei Konzerten zu hören, die die Schüler in Ganderkesee und Wildeshausen gegeben haben.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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