Wildeshausen „Kompanie stillgestanden, nach links ausrichten“ – noch vor dem Ausmarsch stellte Oberleutnant Thomas Finkenzeller von der 2. Kompanie Cornauertor das Können der Rekruten auf die Probe. Überzeugen konnten die frischgebackenen Gilde-Mitglieder aber weder den Oberleutnant noch ihre Mitstreiter – laute Buh-Rufe und Pfiffe waren die Folge.

Ins Visier von Leutnant Jörn Ahlers rückten zwei Rekruten: Einer, der mit weißen Socken erschienen war sowie ein weiterer, der kein Gewehr dabei hatte. „Aber du brauchst auch keins, bei deinem Anblick bekommt jeder Feind Angst und haut ab“, bemerkte Ahlers. Überzeugen konnten die Rekruten wenig später beim Paar-Tanz auf der Burgwiese, der für reichlich Gelächter unter den Zuschauern sorgte.

Nicht minder schwer machte es Fähnrich Bernd Niester den Neulingen der 3. Kompanie Westertor. Vor rund 500 Menschen im Quartier auf dem Parkplatz der „Gildestube“ absolvierten neun Rekruten die Frackkontrolle. Zwar wurde die Kleidung für angemessen befunden, beim Test ihrer Trinktauglichkeit wartete allerdings eine Ekelprobe auf die Debütanten. Zum Korn kamen noch Mehlwürmer oder Grillen ins Schnapsglas. Nachdem die Tortur bis auf ein wenig Würgen erfolgreich durchgestanden worden war, befand Niester: „Die Rekruten sind in einem einigermaßen gelungenen Zustand.“

Im Anschluss durften die neuen Gildemitglieder wieder an die langen Tische zurückkehren. „Wir versammeln uns hier, um Kraft zu sammeln und dann gemeinsam mit den anderen Kompanien in den Krandel zu marschieren“, erklärte Gastgeber Niester den Sinn der traditionellen Versammlung.

Die 4. Kompanie Huntetor wurde in diesem Jahr von Fähnrich Andreas Müller bei Landmaschinen Schröder an der Heemstraße bewirtet. 548 Gildemitglieder und Rekruten waren gekommen und stießen an. Über ein Wiedersehen freuten sich vor allem Hartmut Sawatzki aus Wildeshausen sowie Ingo Desombre und Hans Jörg Kallenbach aus Hamburg. Das Trio hatte sich vor 16 Jahren in der Krandelstadt kennen und lieben gelernt. Jedes Jahr an Pfingsten heißt es für sie „Pingsten ward fiert!“ und jedes Jahr überlegen sie sich etwas Neues. „Wir sind ständig auf der Suche nach Raritäten, die wir an Pfingsten präsentieren können“, so Desombre.

In diesem Jahr ziert ihre Fracks ein Schornsteinfeger, der seinen kleinen Zylinder auf- und absetzt. „Das ist doch schön, oder? Vor allem Kinder freuen sich total über sowas“, sagte er. In einer Sache ist sich das Trio einig: „Wir lassen alles ganz ruhig und ohne Druck angehen.“ So sind die Freunde bis heute nicht Mitglied eines Gildeclubs. Aber die Versammlung mit der Kompanie wollen sie sich nicht entgehen lassen.

Chelsy Haß Redakteurin / Redaktion Oldenburg
Arne Jürgens Redakteur / Redaktion Westerstede
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