Wildeshausen Herbstbeginn, dunkle Jahreszeit, keine zwei Monate mehr bis Heiligabend: Die Mitglieder des Vereins Hospizhilfe Wildeshausen haben in diesen Wochen gut zu tun.

Frühe Vorbereitung

Weihnachten ist nicht jetzt erst Thema im Hospizverein: „Wir sind seit zwei Monaten am Planen“, sagt Maria Kathmann. Zusammen mit Ehemann Heinrich, der als Kassenwart fungiert, gehört sie zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, dessen Vorsitzender Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski ist. Vor 25 Jahren wurde der Verein gegründet. Zwölf ehrenamtliche Mitarbeiterinnen zählt der Verein zurzeit. Alle stehen unter Schweigepflicht.

Der „Heiligabend in Gemeinschaft“ richtet sich an Alleinstehende, aber auch Paare. Ausgerichtet wird er im Alexanderstift. „Es ist die einzige Räumlichkeit dieser Größe, die man an Heiligabend buchen kann – und die das Essen vorbereitet“, erzählt Kathmann. „Man muss an vieles denken: Um das Alexanderstift zu entlasten, nehmen die Organisatoren die Anmeldungen mittlerweile privat entgegen. „Wir brauchen einen Klavierspieler, der den Gesang begleitet, und wir müssen mit der Küche das Essen besprechen“, zählt Maria Kathmann weiter auf. Pfarrbüros anschreiben, dafür sorgen, dass die Infos über die Veranstaltung in den Gemeindebrief kommen, das Unternehmen Taxi Bothe, das die Besucher kostenlos im Stadtbereich befördert, informieren, Kontakt zum Bäcker Schnittker aufnehmen, der mit Kuchen unterstützt: Es ist einiges auf der Liste, was die Hospizhilfe vorbereitet.

Die Ehrenamtlichen lesen zudem Geschichten vor, helfen beim Dekorieren, und das Wichtigste ist: Sie sind für die Gäste da. „Als Pilotprojekt wollen wir in diesem Jahr nicht um 18, sondern um 17 Uhr starten“, ergänzt Maria Kathmann. Es sei ein Fest der Begegnung: „Es ist oft so, dass Tränen fließen.“ Bis zu 35 Personen seien in der Regel bei „Heiligabend in Gemeinschaft“ dabei – mit noch mehr Besuchern würde die Organisation schwierig werden.

Der Herbst mache sich auch im Trauergesprächskreis bemerkbar: ein weiteres Angebot der Hospizhilfe, erklärt die zweite Vorsitzende Iris Schaar. Dort kommen Menschen zusammen, um den Verlust eines Angehörigen zu verarbeiten. „In der dunklen Jahreszeit ist der Trauerkreis etwas mehr besucht“, sagt Schaar.

In der Trauer gefangen

Manchmal könne das zur Herausforderung werden. „Es ist schwer zu beschreiben“, versucht Schaar zu erklären. Auch komme es vor, dass Teilnehmer, die in der Trauer regelrecht gefangen seien, an einen Arzt oder Psychologen weitergeleitet würden. Die Trauernden würden dies auch annehmen, berichtet sie: „Sie möchten ja weiterkommen.“ Der Gesprächskreis sei ein geschützter Raum. „Das ist sehr wertvoll.“

Bevor es an die finalen Planungen für „Heiligabend in Gemeinschaft“ geht, steht Mitte November eine weitere Veranstaltung bevor: Dreimal im Jahr begleitet der Hospizverein auf dem Friedhof in Wildeshausen eine Trauerfeier für Eltern, die ein Baby verloren haben. „Für Kinder unter 500 Gramm“, ergänzt Maria Kathmann.

Seit 2004 bietet der Verein die Trauerfeiern für Eltern an. Die anschließende Kaffeetafel wird vom Krankenhaus Johanneum serviert – ansonsten ist der Verein auf Spenden angewiesen. Seit 2004 gibt es zudem ein Vierergrab auf dem Friedhof, in dem die Urnen der Babys begraben werden. Iris Schaar: „Viele Eltern erzählen, dass sie froh sind, einen Ort zu haben, wo sie hingehen und trauern können.“

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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