Wildeshausen Die Dichterin und Musiklehrerin Maria Anna Stommel berühren viele Dinge, die in der Gesellschaft gerade aktuell sind. Jedem, der ihr neues Buch aufschlägt, dürfte das schnell klar werden. „Unter der Zeit-Lupe“ heißt es. Illustriert wurde der Gedichtband von ihrem Bruder Ludwig Hegge. Darin beschäftigt sich die Wildeshauserin mit der Natur, den Jahreszeiten, dem Aufbrechen und mit persönlichen Erfahrungen.

Aber auch davor, in ihren Gedichten über große Themen zu schreiben, schreckt Stommel nicht zurück. So macht sie in einem Teil ihres Buches den Klimawandel zum Thema. „Das war mir ein zentrales Anliegen“, erklärt die 65-Jährige. „Es ist ein kritischer Blick auf vieles, was mit der Natur, Tieren und dem Klima derzeit passiert.“ In einigen Gedichten greift sie politische Fragen und Debatten auf: Dort geht es um Flüchtlinge, sozial Benachteiligte, Obdachlose und Rechtsextremismus.

„Unter der Zeit-Lupe“ ist bereits Stommels drittes Buch. In ihren Gedichten möchte sie Themen, die in der heutigen Zeit häufig diskutiert werden, genau unter die Lupe nehmen. Im Jahr 2017 erschienen ihre ersten beiden Gedichtbände, „Freimütig gesprochen“ im Mai und „Umkreise das Geheimnis“ im November.

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Liest aus ihrem neuen Buch: Maria Anna Stommel. BILD: jwo

Lesung mit musikalischer Begleitung

Mit einer Lesung am Freitag, 6. März, feiert Maria Anna Stommel die Premiere ihres neuesten Buches.

Beginn ist um 19.30 Uhr im Trauzimmer des Historischen Rathauses, Am Markt 1, in Wildeshausen.

Musikalisch begleitet wird die Lesung vom Huder Musiklehrer Ulrich Meyer mit Stücken auf der Gitarre.

„Unter der Zeit-Lupe“ ist im Geest-Verlag erschienen. Das Buch umfasst 92 Gedichte auf 127 Seiten.

„Ich halte mit meiner Meinung nicht hinterm Berg“, erklärt Stommel über ihr neues Buch. „Trotzdem bin ich nicht diejenige, die Lösungen weiß.“ Viele der Fragen, die sie in ihren Gedichten aufwirft, bleiben deshalb unbeantwortet und sollen ihre Leser zum Nachdenken anregen. Ein Text thematisiert zum Beispiel die moderne Fleischindustrie und die Herabwürdigung tierischen Lebens. Andere Stücke klingen versöhnlicher, in ihnen schreibt Stommel von der Schönheit der Natur.

„Besonders eindrucksvoll war für mich die Dichterin Hilde Domin“, so die 65-Jährige. Eines von Stommels Gedichten trägt den Titel „ebenso grau“. Es ist eine Anlehnung an Domins Stück „Graue Zeiten“ Darin erzählt die jüdische Dichterin von einem Flüchtlingsboot, das nirgendwo landen kann. „Das ist leider wieder vollkommen aktuell“, findet Stommel.

Die 65-Jährige ist außerdem Mitglied der Oldenburger Autorengruppe „Wortstatt“, der Gesellschaft zeitgenössischer Lyrik Leipzig und des Freien Deutschen Autorenverbands. Ihr erstes Buch veröffentlichte sie erst im Jahr 2017.

„Die Affinität zur Lyrik hatte ich schon in meiner Kindheit, erzählt sie. „Aber ich habe es erstmal nicht gewagt, selbst zu schreiben.“

Erst Anfang der 90er Jahre schrieb sie dann immer mehr, berichtet die 65-Jährige. Auch Kurzgeschichten sind dabei, aber: „ein Roman wäre nichts für mich“. Die Leipziger Professorin Dr. Christel Hartinger habe sie schließlich ermutigt, ihre Gedichte zu veröffentlichen.

Jana Wollenberg Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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