Huntlosen Bei den plattdeutschen Inszenierungen der Theatergruppe Westerburg setzt Regisseurin Anne Schrader nun schon seit Jahren auf frische Stücke, junge Darsteller und originelle Bühnenbilder. In punkto Aktualität schießt sie mit ihrer diesjährigen Inszenierung den Vogel ab: „Dat Wald-Camp von Lütt-Wegenau“ ist eine plattdeutsche Persiflage auf das Dschungelcamp bei RTL: Zusammengewürfelte, mehr oder weniger prominente Menschen müssen sich in der Wildnis bewähren und Ekelproben bestehen, um zum Schluss das ganz große Geld abzusahnen.

Weitere Aufführungen

in Meyer’s Gasthaus in Huntlosen sind am Freitag, 1. Februar (20 Uhr), Sonntag, 3. Februar (15 Uhr), Freitag, 8. Februar (20 Uhr) und Sonntag, 10. Februar (15 Uhr).

Anne Schrader hat diese Komödie in drei Akten des Bühnenschriftstellers Helmut Schmidt ins Oldenburger Platt umgeschrieben und mit ordentlich Lokalkolorit angereichert. Das honorierte das Publikum bei der Premiere am Freitag im voll besetzten Saal im Gasthof Meyer in Huntlosen. Als Prostituierte Claudia Keller, alias Neele Rowold, den Zuschauern von ,,Kabel Landlust TV“ verkündet, sie werde – falls sie gewinnt – von dem Geld Meyer in Huntlosen kaufen und daraus ein Edelbordell machen, ruft ein Zuschauer spontan: „Ich geb’ noch Geld dazu!“

Spontane Mitleidsbekundungen ernten auch die Kandidaten, die das Camp vorzeitig verlassen müssen. „Ooh…“ tönt es lautstark durch den Saal, als Pastor Christoph Budde (Dieter Reichardt), der sich zwischenzeitlich als schwul geoutet hat, das Waldlager samt Bibel verlassen muss. Ähnliche Sympathiekundgebungen gibt es für Frauenarzt und „Bangebüx“ Dr. Stefan Dreyer (Jan-Bernd Lienemann), der sich ständig darum sorgt, wo denn nun die Kameras sind und sich dann doch unfreiwillig live als Transsexueller bekennt.

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Stark in Gestik und Mimik kommt Carina Bolling als prüde Lehrerin Annemarie Krüger daher (O-Ton Prostituierte Claudia: „Dei gaiht schloaten weer trügg.“).

Die Laiendarsteller – allen voran die für ihre 16 Jahre unheimlich souveräne Neele Rowold – leisten sich kaum Texthänger. Und wenn es doch einmal hakt, flüstert Topustersche Ruth Lampe dezent aus dem Hintergrund heraus die richtigen Stichwörter.

Kongenial moderiert wird das Spektakel vom blonden Norman (Andree Schröder) und seiner Kollegin, „mine leiwe leiwe Heidi“, alias Stefanie Brandes. Sie sind im Phrasen dreschen ähnlich gut wie Bürgermeister und „Spießi“ Alexander Heitfeld (Jörg Oetken), der ständig per Kamera seine „lieben Wählerinnen und Wähler“ vollschleimt. Er will sich von dem Gewinn ein protziges Rathaus samt Penthousewohnung gönnen. Aber auch die Prostituierte Claudia und Obdachlose Erna (Lena Greger) liegen gut im Rennen . . .


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-land 
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Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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