Wildeshausen Vom Sommer keine Spur: Wo sonst hunderte Gäste den Badespaß genießen, zogen am Dienstagnachmittag im Wildeshauser Krandelbad nur wenige Hartgesottene ihre Bahnen. Bei 15 Grad Außentemperatur und dunklen Wolken verlagerten die meisten Besucher den Wassersport in das Hallenbad.

Folgen für die Landwirtschaft

Trockenheit und Kälte setzen den Pflanzen in diesem Jahr schwer zu. Während Mais zehn Grad höhere Temperaturen benötigt, um an Wachstum aufzuholen, leidet Getreide wie Roggen oder Weizen darunter, dass so selten Regen fällt, wie Jürgen Seeger, Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes Oldenburg, mitteilt.

Von Nachtfrost blieben Pflanzen bisher größtenteils verschont. Die niedrigen Temperaturen wirken sich aber insgesamt negativ auf die Qualität der Ernte aus.

Wintergerste ist durch das Wetter notreif geworden. Das bedeutet, dass diese bereits in zwei Wochen abgeerntet werden muss. Der normale Termin wäre Mitte Juli gewesen. Kleine Korngrößen sind die Folge.

Die Kälte hat Auswirkungen auf den Kartoffel-Anbau. Viele Knollen sind bereits im Frühjahr verfault.

„Das schreckt unsere Freibad-Stammgäste allerdings nicht ab“, sagt Marcel Buller, Leiter des Krandelbades. Eine Outdoor-Schwimmerin legte sogar bei 24 Grad Wassertemperatur im beheizten Becken ihre Sportabzeichen-Prüfung ab – mit 11:08 Minuten auf 400 Metern sehr erfolgreich.

Nicht nur im Freibad spürt man die Folgen der kalten Tage. Eisdielen-Chef Stefano Bianchi vom Eiscafé Italia in der Wildeshauser Innenstadt beobachtet zwar, dass seine Gäste weniger Eis essen. Das macht ihm aber wenig Sorgen: „Wir haben zum Glück ein vielfältiges Angebot. Wenn es für Eis zu kalt ist, bestellen unsere Gäste Kaffee oder Tee. Waffeln und Crêpes sind ebenfalls sehr gefragt, obwohl wir diese sonst eher zur Weihnachtszeit verkaufen.“

Birte Feye, stellvertretende Filialleiterin beim Wildeshauser Modegeschäft Madison, meint, dass ihre Kunden zwar „manchmal leicht am frösteln“ seien. Die Nachfrage nach Jacken und Pullovern sei aber nicht gestiegen: „Die meisten haben ihre Winterklamotten ja noch im Schrank und haben sie jetzt wieder herausgeholt.“

In der Kronen-Apotheke in der Westerstraße in Wildeshausen steht Karin Boldt am Tresen: „Mich hat vor ein paar Tagen eine Erkältung erwischt. Unseren Kunden geht es ähnlich: Seit die Temperaturen in den Keller gegangen sind, steigt die Nachfrage nach Erkältungsmitteln wieder an.“

Christa Meyer vom Wildeshauser Sonnenstudio Sunshine stellt fest, dass „zwar etwas mehr Leute kommen, als wenn es draußen 30 Grad wären. Allerdings haben wir hier so selten dauerhaft Sonne, dass die meisten unserer Kunden ohnehin regelmäßig kommen.“

Für die kommenden Tage sind die Wetteraussichten schlecht: Das Thermometer erreicht in den nächsten Tagen die 20-Grad-Marke Vorhersagen zufolge nicht, außerdem sind Regenschauer angekündigt.

Andreas Heizmann Volontär / NWZ-Redaktion
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