Vom Faschings-Virus infiziert sind in diesen Wochen viele Ganderkeseer – einige aber auch vom Noro-Virus. Dass der aber nicht zwangsläufig stärker ist als der närrische Bazillus, stellte Andre Laqua (Bild rechts) am Sonnabend unter Beweis: Morgens lag der 32-Jährige noch flach mit Magen- und Darmgrippe – doch abends sollte er wie schon dreimal zuvor den Büttenabend moderieren. Bis kurz vor der Eröffnung in der Festhalle am Steinacker fürchtete Co-Moderatorin Gesa Stieneker-Intemann noch, dass sie allein durchs Programm führen müsse, und Vorjahres-Moderator Markus Weise machte sich schon bereit, sie dabei zu unterstützen. Da aber kam Laqua doch noch: Mit reichlich Medikamenten und noch mehr Einsatzwillen hatte der Immeraner den Krankheitserreger in den Griff bekommen. Auf der Bühne war ihm dann nur noch der Faschings-Virus anzumerken.

Nicht so glimpflich davon gekommen, ist hingegen Sina Bachmann. Die Sängerin der GGV-Band, die an den ersten beiden Büttenabenden noch mit dem Song „Willkommen“ schwungvoll das Programm eröffnet hatte, musste in der zweiten Woche passen: Aus Krankheitsgründen fiel sie für den dritten und vierten Büttenabend aus. Mit einem munteren Lied wurde das Publikum dennoch begrüßt: Durch die Absage der Sängerin rückten die Ex-Prinzenpaare auf die Nummer eins im Programm.

Infiziert ist seit jeher auch Faschings-Prinz Dieter II. Ordemann – die Krankheit ist aber ungefährlich für den Körper und schädigt höchstens das Nervenkostüm: Fußball-Fieber heißt die Diagnose bei dem Werder-Bremen-Fan. Eine besondere Therapie hatten beim 3. Büttenabend zwei Gäste parat: Ingo Kläner und Andreas Cording vom Werder-Fan-Club „27801“ aus der Nachbargemeinde Dötlingen hielten ihm einen Mitgliedsantrag unter die Nase. Prinz Dieter unterschrieb prompt und hat künftig noch einen Grund mehr, ins Weserstadion zu gehen.

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Nicht feucht-fröhlich, wie viele Gäste beim Büttenabend, sondern einfach nur fröhlich kamen die Guttempler aus Ganderkesee und befreundeten Gemeinschaften am Sonntag zu ihrer alljährlichen Kohlfahrt zusammen. Am Fernsehturm im Steinkimmen trafen sich rund 60 Teilnehmer, die sich zunächst – angeführt vom Kohlkönigspaar Ingrid Solle und Heinz Remme – auf eine gut einstündige Wanderung machten. Dass im Bollerwagen statt Korn und Bier Kaffee, Kakao und alkoholfreier Punsch mitgeführt wurden, versteht sich bei den Guttemplern von selbst. In der „Waldschänke“ in Steinkimmen ließen sich die Wanderer hinterher den Grünkohl mit Pinkel und weiteren leckeren Beilagen schmecken. Zu neuen Kohl-Regenten wurden dabei Christa Desens aus Altenesch und Hermann Korte aus Delmenhorst gekürt. Danach saßen die Guttempler noch bis weit in den Nachmittag zusammen. „Die Stimmung“, so berichtete der Sprecher der Ganderkeseer Gemeinschaft,

Erwin Wendt, „war hundertprozentig“. Viel besser als hochprozentig.

Nur alle zwei Jahre unternehmen die Mitglieder des Reitervereins Hohenböken eine Kohlfahrt – immer im jährlichen Wechsel mit der Spargeltour, wie Vereinssprecherin Angela Oetken-Lehmann erklärte. Am Sonnabend stand jedenfalls wieder die „Oldenburger Palme“ auf dem Speise- und Terminplan. Vom Vereinslokal „Zur Tränke“ steuerten die 20 Teilnehmer zu Fuß ihr Ziel an: das „Vielstedter Bauernhaus“. Dort wurde gegessen und anschließend im Kreise vieler weiterer Kohlfahrt-Gruppen auch noch bis spät in die Nacht getanzt und gefeiert.

Gefeiert wurde am Freitagabend auch im Stedinger Hof – und zwar der 30. Geburtstag von Torben Schüttke. Zuvor musste der Bookholzberger sich den lustigen Abend im Kreise von Freunden und Verwandten aber hart verdienen. Die hatten nämlich fleißig gesammelt – nicht nur fürs Geschenk, sondern vor allem auch jede Menge Kronkorken, die Schüttke auf dem Kirchplatz wegzufegen hatte. Dabei hatten die Freunde eine schlechte und eine gute Nachricht für ihn. Die gute: Eigentlich hatten sie Sägespäne nehmen wollen, davon wegen des Schneefalls und der damit verbundenen „Schweinerei“ aber dann doch abgesehen. Die schlechte war das Handwerkszeug: Statt eines Besens musste dem 30-Jährigen ein Pinsel mit Besenstil reichen.

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