Streekermoor Das große Metallrad dreht sich verdammt schnell, der Beobachter ahnt, gleich wird es unaufhaltsam ins Rutschen kommen. Nur wenige Zentimeter entfernt, am Ende einer schrägen Ebene, kämpft Aaron Davis, scheinbar verzweifelt, mit seinen Fesseln. Noch 24 Sekunden, die Zwangsjacke ist immer noch nicht gelöst. Erst im allerletzten Moment sprengt er seine Fesseln, fällt zu Boden, gleichzeitig saust das Rad mit einem lauten Knall dorthin, wo er eben noch stand. Beifall der 100 Zuschauer brandet auf.

Einmal im Monat trifft sich der Magische Zirkel Oldenburg im Gesellschaftshaus Ripken in Streekermoor. Normalerweise in einem Hinterzimmer. „Meistens gibt es ein Thema, zum Beispiel Seiltricks“, erzählt Stephan Busch. Der Vareler ist einer von zurzeit etwa 30 Mitgliedern. Fast jeder Mensch ahnte es schon: Zaubern ist vor allem eine große Illusion. Unter Kollegen werden deshalb Tricks vorgeführt und Verbesserungen diskutiert. Klar, dass da die Öffentlichkeit nichts zu suchen hat. In dieser Woche hat der Ortszirkel, einer von 80 in ganz Deutschland, eine Ausnahme gemacht. „Es war mal wieder an der Zeit, das Können einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagt Busch.

Zaubern lernen

Vorsitzender des Magischen Zirkels Oldenburg ist Ernst Stulken, Heideweg 28 a, in Oldenburg. Er ist Ansprechpartner für alle, die das Zaubern lernen wollen (Telefon  04 41/9 35 05 05 oder

ernst-stulken@gmx.de).

Und so stehen zehn Hobby-Zauberer und Magier auf der Bühne und im Saal und demonstrieren ihr Können. Gleich zu Beginn zeigt der Sandkruger Horst Hebenstreit (82) als Magier Mikado, dass gutes Zaubern keine Frage des Alters ist. Beeindruckend, wie er auf der Bühne steht und Verse rezitiert, während er Blumen und Karten verschwinden lässt. Der Bremer Thomas Liewald-Heuermann alias Thomatelli fügt zerrissene Servietten wieder magisch zusammen, Eckhard Cassens (Ecki) aus Schortens lässt Hifi-Anlagen verschwinden und bringt Glühbirnen zum Leuchten.

Der Oldenburger Ernst Stulken (Jakabi), zurzeit Vorsitzender des Zirkels, bringt gemeinsam mit einer Zuschauerin einen Tisch zum Schweben. Für wohlige Schauer sorgt Stephan Busch, der mit einem gefährlich aussehenden Nagel seine Späße treibt. Nein, es fließt kein Blut. auch nicht zum Schluss bei Aaron Davis, der im Alltag Aiko Bartsch heißt und aus Oldenburg kommt.

Gute Zauberer sind fingerfertig, und so mischen sich Wayne Roberts (Delmenhorst), Marco und Lothar Schulz (Rotenburg), Jan Flause (Oldenburg) und Jens Hollje (Wardenburg) sogar im Foyer unters Publikum. Wie der Trick mit dem zerschnittenen Seil geht, das auf magische Weise am Ende wieder ganz ist? Oder wie man einen Tisch zum Schweben bekommt – ich würde es zu gerne lernen. Vielleicht wäre ja der Beitritt zum Magischen Zirkel eine Lösung? „Grundsätzlich geht das natürlich“, sagt Stephan Busch. Wer Mitglied werden möchte, müsse aber eine theoretische und praktische Aufnahmeprüfung bestehen. Vorher ist Üben, Üben, Üben angesagt. Ich ahne, auch ein Zaubermeister fällt halt nicht vom Himmel.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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