Wildeshausen Wohl kein absolutistischer Landesherr hat das Oldenburger Land so geprägt wie Graf Anton Günther (1583–1667). Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) bewahrte der Landesfürst durch seine ebenso kluge wie raffinierte Neutralitätspolitik gegenüber den kriegsführenden Mächten sein Land vor Not und Verwüstung. Wegen der Neutralitätspolitik blühten Wirtschaft und Handel. Doch das Oldenburger Land kennt auch weitere namhafte Herrscher.

In der Reihe „Geschichte im Rathaus“ am kommenden Dienstag, 21. Februar, um 20 Uhr im historischen Ratssaal geht Professor Dr. Gerd Steinwascher vom Niedersächsischen Landesarchiv (Standort Oldenburg) auf die wechselhafte Geschichte der Oldenburger Grafen als Herrschaftsträger im nordwestlichen Niedersachsen ein. „Die Tatsache, dass Wildeshausen heute Sitz eines Landkreises ist, der den Namen Oldenburg trägt, hat seine historische Berechtigung“, schreibt Eva-Maria Ameskamp vom Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen, der die Veranstaltungsreihe ausrichtet. Die Stadt gehöre neben Oldenburg und Delmenhorst zu den einst bedeutenden Zentren der Herrschaft der Oldenburger. In dem Vortrag werde Steinwascher zum Thema „Von den Egilmaren bis zu Graf Anton Günther – Zur Geschichte der Grafen von Oldenburg in Wildeshausen, Oldenburg und Delmenhorst“ referieren. Der Historiker biete dabei auch einen Ausblick auf die europäische Dimension der Oldenburger Dynastie, die im 15. Jahrhundert in Dänemark zu königlichen Würden kam.

Steinwascher leitet seit 2002 den Standort Oldenburg des Niedersächsischen Landesarchivs. Seit 2007 ist er außerdem Honorarprofessor in Oldenburg. Er forscht über die Geschichte Niedersachsens, insbesondere über Oldenburg, Osnabrück und Schaumburg sowie die Oldenburger Grafen.

Seinen Vortrag illustriert Steinwascher gern mit dem Bild eines Gemäldes, das Graf Friedrich, Sohn des Grafen Huno von Oldenburg, im Kampf gegen einen Löwen zeigt. Der Sage nach wollte er damit die Ehre seines Vaters wiederherstellen. Mit Hilfe einer ochsenblutgetränkten Strohpuppe überlistete er den Löwen und konnte ihn besiegen. Kaiser Heinrich IV. soll daraufhin mit der Hand zwei Streifen aus Löwenblut auf das goldene Schild Friedrichs gemalt haben. Das Wappen der Grafen von Oldenburg zeigt daher auf goldenem Grund zwei rote Balken.   Der Vortrag am 21. Februar beginnt um 20 Uhr im oberen Rathaussaal in Wildeshausen. Der Eintritt beträgt 5 Euro.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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