Ganderkesee „Mit einem kleinen Motivationsschub arbeitet es sich doch gleich besser“, mag sich ein Anlieger der St.-Florian-Straße in Bookholzberg gedacht haben. Als er draußen die „Moorfüchse“ eifrig den Unrat des Winters einsammeln sah, spendierte der Mann den kleinen Pfadfindern flugs ein Paar Süßigkeiten.

Die hatten sie sich aber auch verdient. Die elf Kinder zählten zur gut 30-köpfigen Gruppe des Orts- und Heimatvereins Bookholzberg-Grüppenbühren, die am Sonnabendvormittag im Rahmen der Aktion „Saubere Landschaft“ im Freien Frühjahrsputz machte. Sofas, Altreifen, Schnapsflaschen, Radkappen, Berge von Zigarettenstummeln und noch vieles mehr konnten sie am Ende auf „ihrem“ Müllberg abladen. Leider nicht im Container – denn der war versehentlich nicht angeliefert worden.

Zeitgleich wurde auch andernorts in der Gemeinde Müll aufgelesen – etwa in Hengsterholz und Havekost. Hier hatte der Ortsverein rund rund 20 Helfer mobilisiert. Entlang der B  213 und an der Landesstraße seien wie immer viele Planen und sonstiges Baumaterial gefunden worden, das von Lastwagen geweht sei, berichtete Ortsvereinschef Karl-Heinz Meier. „Und es ist vieles dabei, das aus den Autofenstern geworfen wird“, ergänzte Günter Westermann. Besonders Papiertüten von Fastfood-Restaurants hätten am Straßenrand gelegen. Die Menge an Müll sei aber gleichbleibend, vor allem die Flaschen- und Sperrmüllfunde seien „Gott sei Dank“ weniger geworden, sagte Meier.

Ebenfalls ungefähr gleich geblieben ist die Menge an Unrat, die der Ortsverein Falkenburg-Habbrügge zusammengetragen hat. Dort waren gut zwei Dutzend Helfer in fünf Grüppchen unterwegs. Vor allem Zigarettenschachteln und Kaffeebecher landeten in ihren Müllsäcken, aber es gab auch kuriose Funde: „Wir haben eine ganze Rolle Stacheldraht gefunden, Eisenträger, eine Jeans und ein Shirt“, berichtete Ortsvereinschef Jürgen Hakkel. Ob die Kleidungsstücke zu dem Personalausweis gehörten, der ebenfalls unter den Fundstücken war, war unklar.

Einen leichten Rückgang der Abfallmenge verzeichnete der Ortsverein Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege. „Vielleicht drei Kubikmeter“ seien das, was da im Container liege, schätzte Ortsvereinsvorsitzender Enno Vosteen, der zusammen mit rund 30 Helfern unterwegs war. Auffälligste Funde in den Dörfern zwischen Landwehr und der Delmenhorster Stadtgrenze: mehrere hundert „Flachmänner“ am Delme-Rückhaltebecken, zahllose Coffee-to-go-Becher, Gartenstuhlauflagen, ein Buggy, ein toter Marder und ganze Eimerladungen von Kondomen – „offenkundig benutzte“, wie ein Helfer hinzufügte.

Hauptsächlich die Hinterlassenschaften von durchziehenden Kohlfahrern hingegen galt es in Steinkimmen zu beseitigen. Dort waren unter den 20 Helfern, wie auch in den übrigen Dörfern, etliche Kinder. Die nahmen sich den Falkenburger Weg vor. „Dann laufen sie nicht an der Bundesstraße entlang“, sagte Gerold Cordes, Vorsitzender des Ortsvereins. Dort lag sehr viel weniger Müll als in den Vorjahren, hat Cordes festgestellt.

Bereits einen Tag vor den anderen Vereinen, am Freitag, hatten übrigens die Vogelfreunde Ganderkesee an der Wegspinne in Birkenheide und am Rande des Hasbruchs zwischen Falkenburg und Kühlingen für Ordnung gesorgt.

Allein zum Arbeiten waren die Vereinsmitglieder und Dorfgemeinschaften am Wochenende dann aber doch nicht zusammengekommen. In allen Dörfern klang der Frühjahrsputz bei einem gemeinsamen Imbiss aus.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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