HANNOVER /GANDERKESEE HANNOVER/GANDERKESEE - Mit einer Fülle neuer Eindrücke und tief bewegt vom „Wir“ -Gefühl und der ganz besonderen Atmosphäre sind gestern die Ganderkeseer Teilnehmer des Evangelischen Kirchentages aus Hannover zurückgekehrt, darunter die Musiker vom Bläserkreis der evangelischen Kirchengemeinde um Ursula Reiß und Pastorin Susanne Bruns mit Ehemann Michael Bruns.

„Überall war zu spüren und zu hören, dass es so etwas wie eine Rückkehr zum Glauben und auch zur Kirche gibt“, war der bestimmende Eindruck für Susanne Bruns. Auch die Erkenntnis, dass Kinder „uns etwas zu erzählen haben“, und „als eigene Subjekte mit Fragen zum Glauben, zum Leben und zur Welt wahrzunehmen sind“ hat sie in Hannover vertieft. Für ihren Alltag als Pastorin wolle sie daraus u. a. diese Konsequenz ziehen: In der Arbeit mit Kindern oder Konfirmanden noch mehr als bisher darauf zu achten, wo deren Fragen sind. Susanne Bruns besucht seit 1981 Kirchentage und hat seither viele erlebt.

Ehemann Michael Bruns hat die Stadt Hannover kaum wieder erkannt. „Die Fröhlichkeit der Menschen und die Art, wie sie aufeinander zugehen – das trifft mich immer an weichen Stellen“, bekennt er. Auch das Bild des Christen in der Gesellschaft habe der Kirchentag verändert. Bruns zitiert einen Gastwirt, der gemeint hatte, „Christen liefen nur mit Birkenstock-Schuhen durch die Gegend“, und nun weiß, dass „Christen ganz normale, freundliche Menschen sind.“ Bruns: „Da ich selbst Hannoveraner bin, ahne ich, was eine solche Erkenntnis für den Mann bedeutet“.

„Anstrengend, erfolgreich und motivierend“, sagt Ursula Reiß von den Auftritten und Erlebnissen beim Kirchentag. Die Bläser waren Mittwochmittag nach Hannover gefahren. Sieben Mal waren sie dort aktiv – einmal in knapp 30 Metern Höhe auf dem Dach des ÜSTRA-Gebäudes (Reiß: „Unser bisher höchster Auftritt“), mehrere Male bei Fernseh-Proben zum Schlussgottesdienst auf dem Schützenplatz, einmal in der evangelischen Fachhochschule, ein anderes Mal bei einer Bibelarbeit mit Bremens Bildungssenator Willi Lemke (Reiß: „Ein ganz tolles Erlebnis“) und dann natürlich beim Schlussgottesdienst gestern Morgen – zusammen mit etwa 4000 weiteren Bläsern.

„Wir haben viele Menschen kennen gelernt und sind mit unzähligen ins Gespräch gekommen“, berichtet Reiß – „morgens unter der Dusche, auf dem Weg zum Auftritt, auf zahlreichen Veranstaltungen und abends beim Zusammensitzen.“

Und Gelegenheit zum Fachsimpeln gab es auch – in der Schule, die den Ganderkeseern als Unterkunft diente und vom Erdgeschoss bis unters Dach mit Bläsern aus allen Teilen Deutschlands belegt war.

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