Bookholzberg Das Aquarellbild zeigt ein 15-jähriges Mädchen. Sofia ist ihr Name. Starr blickt sie in die Ferne. „Der Teppich ist das einzige, was ihr geblieben war, als Soldaten das Dorf angriffen“, erzählt Regina Klein. „Allein 13 Kinder wurden getötet.“ Die Soldaten brannten das ganze Dorf nieder.

Sofias Geschichte ist nur eines von mehreren Schicksalen im Flüchtlingslager Kakuma im Nordosten Kenias, die Regina Klein am Karfreitag in der Evangelisch-methodistischen Friedenskirche in Bookholzberg skizzierte. Die 43-jährige Kunsttherapeutin, in Mexiko geboren, lebt seit 15 Jahren in São Paulo (Brasilien). In der Tagesstätte Casa Crianca Querida betreut Klein Kinder, die sich bei der Geburt von ihren HIV-positiven Müttern angesteckt haben. Zu ihrer therapeutischen Arbeit in São Paulo gehört auch das Zirkusprojekt „Circo Ponte das Estrelas“ („Brücke der Sterne“). Über die Organisation „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ nahm sie im Mai 2013 an einem dreiwöchigen Freiwilligendienst in Kakuma teil.

In der Friedenskirche zeigte Klein zahlreiche Bilder, die sie nach den Eindrücken des notfallpädagogischen Einsatzes gemalt hat. Zugleich berichtete sie von schier unglaublichem Leid. Kenia sei das fünfgrößte Aufnahmeland für Flüchtlinge. Kakuma gelte als „Ort im Nirgendwo“. Der ständige Wind in der kahlen Region sorge für tränende Augen. „Das ist der Regen Kakumas“, sagte ihr ein Bewohner.

Klein versprach in Kenia, auch die Geschichte von David und Albino zu erzählen. Sie mussten bei der Erschießung ihrer Eltern zusehen. Die Bilder, die David in der Therapie gemalt hat, vertraute er Regina Klein an. Damit seien sie sicher vor den Soldaten.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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