HUDE /OLDENBURG Mit dem neuen Ballett des TV Hude ist es wie mit dem Erwachsenwerden: Der Abschied von der Kindheit ist schmerzvoll, und doch ist es bewegend, die Entwicklung der jungen Erwachsenen zu beobachten. 14 junge Tänzerinnen um ihre Lehrerin Rena Hengst sind im „Kreis des Lebens“ tänzerisch erwachsen geworden. Rund 180 Zuschauer erlebten die Premiere am Sonnabend in der Aula des Graf-Anton-Günther-Gymnasiums in Oldenburg.

Tanzlehrerin Rena Hengst kündigte eingangs ein neues Erlebnis an. Trotz der vielen Tanzproduktionen des TV Hude sei der „Kreis des Lebens“ ein ganz besonderes Projekt: Es wirken keine Kinder mit. Getanzt wurde das Stück von Linn Speidel, Mareike Backenköhler, Wiebke Hennies, Franziska Miehe, Lara Reckziegel, Michelle Schwital, Tomke Brauwer, Inga Linnemann, Antje Neelen, Sophia Haskamp, Sara Jansen, Adina Suhr, Katharina Janning und Sophia Miller. Die 14 jungen Frauen sind alle zwischen 15 und 18 Jahren alt.

„Wir haben tolle Jahre miteinander verbracht“, blickte Rena Hengst zurück. Sie lobte den Eifer und die Leidenschaft der Tänzerinnen. „Sie können heute viel mehr als Hüpferschritt und Spagatsprüngchen wie vor einigen Jahren.“ Im „Kreis des Lebens“ wurden die Fortschritte jetzt präsentiert.

Das Ballett in fünf Bildern ist angelehnt an fünf Gedichte von Rainer Maria Rilke. Die Darstellerinnen haben sich von den Texten anregen lassen und gemeinsam mit Rena Hengst und Ingeborg Speidel Choreographie, Musik und Kostüme passend gestaltet. „Wir haben über das Stück viel nachgedacht“, so Hengst.

Die Tänzerinnen kamen zunächst einzeln auf die Bühne, stellten sich vor und nahmen auf einem der Stühle am Bühnenrand Platz. Dann begann das Ballett mit lautlosen Bewegungen. Die Worte des ersten Rilke-Gedichtes durchbrachen die Stille. Mit dem Einsetzen der Musik kam dann Leben in die Tänzerinnen. Fortan wechselten sich schnelle, eckige und langsame, fließende Bewegungen ab. Orientalische Einflüsse waren ebenso zu erkennen wie moderne, fetzige Elemente. Mit wenigen Requisiten wie einem Kreisel und einer Puppe, bunten Tüchern und Röcken oder Stühlen betanzten die jungen Frauen das Leben.

Die fünf Bilder erzählen, wie „Das Leben entsteht“, „Die Kindheit geht“ und „Die Jugend tanzt“. Schließlich wird „Das Erwachsensein“ dargestellt und letztlich „Die Harmonie des Alters“. Der „Kreis des Lebens“ reicht also von der Geburt bis zum Tod, dabei aber über das physische Leben weit hinaus. Die zentralen Fragen des Menschen, „Wer bin ich?“, „Wo bin ich?“ und „Wie bin ich?“, versuchten die Tänzerinnen zu beantworten. Sie zeichneten sich dabei durch ihre Kraft und Körperspannung, Freude am Tanzen und erstaunliche Professionalität aus. Die Weiterentwicklung war deutlich zu erkennen. Bunte Kostüme, Leichtigkeit und Verspieltheit des Kinderballetts sind der Kraft und Ernsthaftigkeit der jungen Erwachsenen gewichen. Dafür gab es nach der gut einstündigen Aufführung tosenden Beifall.

Rena Hengst zeigte sich nach der Premiere entsprechend erleichtert. „Es ist sehr gut gelaufen“, bilanzierte sie. „Wir haben einen neuen Schritt gemacht.“ Eigentlich sei das Ballett ein Stück für Erwachsene, erklärt Hengst. „Die Kraft, Präsenz und Selbstsicherheit der Tänzerinnen haben mich erstaunt“, so die Tanzlehrerin.

Weitere Vorführungen

Der „Kreis des Lebens“ schließt sich an drei weiteren Terminen.

Am 12. und 13. Juni finden um 21 Uhr Aufführungen unter freiem Himmel auf dem Burgmannshof statt, Oldenburger Weg 10 in Hude.

Das Ballett wird begleitet von einer Fotoausstellung, zu sehen ab 19 Uhr.

Am 5. September wird das Stück um 20 Uhr im Klostersaal in Hude gezeigt, die Fotoausstellung wiederum ab 19 Uhr.

Karten gibt es im Vorverkauf bei Schreibwaren Drees, Hohe Straße 22b in Hude.

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