VIELSTEDT „Wenn Kinder noch an den Weihnachtsmann glauben, ist es erst ein richtig schönes Fest“, meint Anni Alzog aus Vielstedt. Aber eigentlich ist jedes Weihnachtsfest etwas Besonderes, schließlich ist sie in einem ganz besonderen Auftrag unterwegs: Seit 50 Jahren beglückt sie am Heiligen Abend Kinder in Hude und umzu mit ihrem Auftritt als Weihnachtsmann.

„Eigentlich bin ich ja eine Weihnachtsfrau“, sagt die 81-Jährige – allerdings mit einem weißem Bart. Sie liebe es, wenn die Wangen der Kinder immer roter werden und ihre Augen immer glänzender, wenn sie mit prall gefülltem Sack und einem fröhlichen „Ho ho ho“ den Raum betritt.

Angefangen hat ihre „Weihnachtsfrau-Karriere“ vor rund 50 Jahren, als sie ihren eigenen Kinder im Kostüm überraschte. „Sie hatten richtig Angst. Der eine hat sich sogar unter dem Tisch versteckt“, erinnert sich Anni Alzog schmunzelnd. Gewundert, dass die Mutter nie anwesend war, wenn der Weihnachtsmann vorbei kam, haben sie sich nicht. „Ich habe dann immer erzählt, dass ich gerade ein Telegramm bearbeiten musste. Damals hatten wir noch eine kleine Poststelle im Haus“, sagt Anni Alzog.

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Aber auch in ihrer eigenen Kindheit war das Weihnachtsfest der Höhepunkt im Jahr. „Wir hatten damals richtig Angst, dass wir eine Rute bekommen“, erinnert sich die 81-Jährige. Am meisten erschreckte sie sich, als am Nikolaustag – wie der Zufall es will, auch ihr Geburtstag – jemand ans Fenster klopfte und eine Gestalt mit weißem Betttuch über dem Kopf auftauchte. Doch als die dann eine große Tüte mit Kuchen durchs Fenster reichte, schwang die Angst um in große Freude. „Später habe ich dann herausbekommen, dass es der Knecht vom Vielstedter Bauernhaus gegenüber war“, schmunzelt Anni.

Sehr gut erinnert sie sich auch noch an einen großen Wunsch als Vierjährige: eine Puppe. „Das war damals etwas Besonderes.“ So war ihre Freude natürlich groß, als das ersehnte Geschenk mit dem blonden Haar unter dem Tannenbaum lag.

Tag und Nacht habe sie mit „Püppi“ gespielt und sie besonders im Krieg, als das Haus der Eltern in Vielstedt von Kanadiern besetzt wurde, wie ihren Augapfel bewacht. Auch nach fast 80 Jahren ist „Püppi“ unversehrt und sitzt, mittlerweile etwas blass um die Nase, in ihrem Schlafzimmer auf der Fensterbank.

Heute seien die Wünsche der Kinder natürlich viel ausgefallener und größer, meint Anni Alzog. Auch um Antworten dürfe der moderne Weihnachtsmann nicht verlegen sein. So wurde sie bei einem ihrer Auftritte in roter Kluft gefragt, warum sie denn eine Weihnachtsfrau sei und wo ihre Rentiere stehen. „Der Weihnachtsmann hat viel zu tun, er braucht Verstärkung durch seine Frau und die Rentiere sind im Wald, sie müssen sich auch einmal ausruhen“, sind dann ihre wohlüberlegten Antworten.

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