HARPSTEDT Es sollte ein großes, zehntägiges Kulturevent werden mit fünf internationalen Bildhauern in Aktion, begleitenden Kunstprojekten für die Jugend sowie kulturellem Beiprogramm mit Ausstellung und mehr. Doch jetzt steht die „Kulturinsel Amtshof Harpstedt“ nach langer Vorgeschichte endgültig vor dem Aus: Initiator und Organisator Hans-Joachim Kampa (hansARTig), Bildhauer und Maler aus Holzhausen, hat das Handtuch geworfen und die für 13. bis 22. Juli geplante Veranstaltung mit Bildhauersymposium abgesagt: „Die Idee ist gegessen. Ich stehe nicht mehr für die Gesamtorganisation zur Verfügung.“

Der Grund: Der Künstler ist verärgert über die Haltung der Gemeinde, sich auf eine finanzielle Unterstützung von 5000 Euro für das mit 12 750 Euro Kosten kalkulierte Projekt zu beschränken und keine weitergehenden Aufgaben als Ver- anstalter zu übernehmen. In der Pflicht sieht Kampa den Flecken: Er ziehe sich „aus der Verantwortung“ – anders als andere Gemeinden. Engagement werde „mit Füßen getreten“: „Veranstalter  sein muss die Gemeinde, ich kann allein die Verantwortung  nicht tragen.“ Die Finanzierung stehe: „Es hätte losgehen können.“

Kampa kritisiert auch, der Politik sei sein ausführliches Konzept nicht vorgelegt worden. Dies Konzept, in dem die Gemeinde als Veranstalter genannt sei, sei mit dem Briefkopf des Fleckens an verschiedene Stellen gegangen zur Einwerbung von Fördergeldern. „Aber ich habe gemerkt, die Gemeinde will nicht in die Verantwortung gehen“, war Kampa nach einem Besuch im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss frustriert.

Der Flecken sieht die Sache anders. Gemeindedirektor In-go Fichter zufolge versteht sich der Flecken zwar als Veranstalter, „aber wir organisieren nicht“. Veranstalter könnten sich auch Dritte an die Seite holen und die Organisation übertragen – wie erfolgt. Kampa sei wiederholt mitgegeben worden, dass die Gesamtorganisation bei ihm liege – so im Schreiben von 2009, in dem die 5000 Euro Gemeindemittel avisiert worden seien: „Die gesamte Durchführung liegt dabei in Ihren Händen.“ Auch sei ein Honorar für Gesamtorganisation und Leitung angesetzt. Die Unterstützung bei Zuschussanträgen sei zur Erleichterung der Zuschussgewährung erfolgt.

Dass die Politik nicht voll informiert gewesen sei, verneint Fichter. Kampa habe Teile des Konzepts sogar in interfraktioneller Sitzung vorgestellt: „Der Rat hatte genug In-fos, um zu entscheiden, ob er unterstützt.“ Man stehe dahinter, aber: „Es gab eine klare Haltung der Politik: Wir organisieren nicht, wir unterstützen.“ Von Kampa habe es bis vor kurzem auch keinen Hinweis darauf gegeben, er sehe sich nur als künstlerischer Organisator: „Er kannte die Fakten.“ Wohl sähe Fichter eine versicherungstechnische Verantwortung bei der Gemeinde als Veranstalter: „Es geht aber um praktische Umsetzung.“

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