Der Sänger Fabius kommt zur „Plattdüütschen Week“ nach Ganderkesee. Der einstige Schlagerinterpret singt plattdeutsche Rock- und Pop-Songs.

Von Hergen Schelling

Frage: Bis 2007 haben Sie als Gino d'Oro Schlager gesungen, jetzt sind Sie Fabius: Auf wen und was müssen sich die Gäste der GalaPLATTe am 8. November denn einstellen?

Fabius: Ganz pauschal auf einen italienischen Sänger, der mit plattdeutschen Titeln Stimmung verbreitet.

Frage: In dieser Kombination gibt es wahrscheinlich nicht viele in Ihrer Branche . . .

Fabius: Ich glaube auch, dass das ziemlich einzigartig ist. Schade ist nur, dass die Rundfunk-Redakteure sich damit schwer tun, diese Musik ins Programm zu nehmen.

Frage: . . . obwohl doch andere Mundart-Musik – nehmen wir mal die Kölsch-Rocker von BAP – durchaus gespielt werden . . .

Fabius: BAP ist auch immer unser Argument. Dann bekommen wir zu hören, dass dort, wo die herkommen, deren Sprache auch täglich benutzt wird. Wir haben leider noch nicht die große Chance im Rundfunk bekommen.

Frage: Wie kommt man denn als gebürtiger Italiener ans Plattdeutsche?

Fabius: Ich bin in Hamburg groß geworden und ein stolzer italienischer Hanseat. Erst durch den Kontakt zum Ohnsorg-Theater bin ich mit Plattdeutsch vertraut geworden. Ich musste mir die Sprache richtig erarbeiten und hatte in den ersten zwei Jahren auch ziemliche Hürden zu überwinden. Aber dann habe ich gemerkt, dass man diese Sprache ganz normal sprechen kann.

Frage: Und jetzt sind Sie als Botschafter für Plattdeutsch unterwegs . . .

Fabius: Das hört sich ein bisschen übertrieben an. Yared Dibaba oder Ina Müller sind da sicher bessere Beispiele. Sie gewinnen der Sprache eine neue Seite ab. Aber ich erreiche mit meinem Programm „Rock op Platt“ auch jüngere Leute. Und das ist etwas, wofür es sich lohnt zu arbeiten.

Frage: Nun sind Sie beim Casting dabei, wenn Ganderkesee den Super-PLATTfuß sucht – haben Sie so etwas schon mal gemacht?

Fabius: In dieser Form und mit Kindern noch nicht. Aber als Schlagersänger habe ich schon in Jurys gesessen und andere bewertet. Ich freue mich auf die Aufgabe.

Frage: Und wie bewerten Sie die Plattdüütsche Week in Ganderkesee?

Fabius: Mir gefällt, wie engagiert man hier an die Sache rangeht. So wird jungen Leuten gezeigt, dass Plattdeutsch nicht platt ist.

Frage: Waren Sie vorher schon mal hier?

Fabius: In Ganderkesee noch nicht. Aber in Delmenhorst bin ich vor kurzem mit „Rock op platt“ aufgetreten.

Fabrizio Barile ist Gino D’oro ist Bauer Bernd ist Fabius

Fabius heißt mit richtigem Namen Fabrizio Barile und wurde 1966 in Monfalcone (Italien) geboren. Mit vier Jahren kam er mit seinen Eltern nach Hamburg. Schon als Schüler begann er, Gitarre zu spielen und zu singen.

Als Gino d’Oro machte sich der Sänger in der Schlagerszene einen Namen. Er sang im Duett u.a. mit Gaby Baginski und Peter Sebastian und schrieb Titel für Ireen Sheer oder Claudia Jung.

2002 stieß Barile zum Ohnsorg-Theater und spielte dort bis heute mehr als hundertmal die Rolle des Bauern Bernd in Sandra Kecks Musical „Wi rockt op platt“.

Seit 2007 singt er unter dem Künstlernamen Fabius plattdeutsche Rock- und Pop-Songs. Sein neues Album heißt „Ik leev“, der aktuelle Titel „Düvelswief“.

Am 8. November tritt Fabius bei der „GalaPLATTe“ zum Abschluss der „Plattdüütschen Week“ in Immer auf. Die Gala im Gasthof Witte/Aulike beginnt um 20 Uhr.

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