Kirchhatten Manchmal kann Sybille Gimon ganz schön spontan sein. „Wir singen jetzt ,Ein schöner Tag’“, entscheidet die Chorleiterin mitten im Auftritt beim Kirchenfest. Flugs werden neue Liedtexte verteilt und in weniger als einer Minute stimmen die Sänger von „OL Inklusive“ das unerwartet gewünschte Lied an.

Treffender hätte es kaum sein können. Die Atmosphäre rund um das Ev. Gemeindehaus an der Wildeshauser Straße in Kirchhatten war am Sonntag einfach idyllisch. Es gab reichlich Sitzbänke und Tische, zum Glück überwiegend im Schatten der großen Buche und eines Zeltes. Wer mochte, konnte aber auch auf Decken und kleinen Kissen sitzen, ein Gefühl wie beim Picknick auf einer Wiese.

Feuerwehr, Malteser und Ortslandvolk sorgten mit Wasserspielen, einer großen Hüpfburg sowie einer Schatzsuche dafür, dass sich die jüngsten Besucher richtig austoben konnten, während die etwas Älteren bei Kaffee und Kuchen (22 Torten und vier Blechkuchen!) die Musik genossen. Die Dingsteder brachten ihre Jakkolo-Bretter mit, der Künstlerkreis Hatten zeigte seine kreativen Arbeiten im Garten und Gemeindehaus.

Besonders an dem sechsten Kirchengemeindefest, das seit 2002 alle drei Jahre gefeiert wird, war aber vor allem die Art, wie ein Teil der in Hatten lebenden Flüchtlinge sich engagierte. Sieben Männer halfen am Samstag beim Aufbau, schleppten Tische, Stühle, sieben Kühlschränke und wischten diese sogar aus. „Das hätten sie vor einem Jahr noch nicht gemacht“, ist sich Kirchenälteste Anke Braun sicher. Für sie der Beleg, dass der Montagstreff, bei dem sich Flüchtlinge und Ehrenamtliche austauschen, längst Wirkung zeigt. „Das ist für mich Integration.“ Eine stark nachgefragte kulinarische Alternative waren auch die landestypischen Gerichte, die die Frauen im Garten neben der klassischen Bratwurst vom Grill anboten.

Der Gottesdienst am Sonntagvormittag unter freiem Himmel war schon der am besten besuchte in der Reihe der Kirchenfeste. Die St.-Ansgari-Kirche wurde am späten Nachmittag aber auch rappelvoll, als „Sing ’n’ Swing“ sangen und ein Theaterprojekt zur Reformation „Was geht ab, Martin?“ fragte. Noch am Sonntagabend war ein Großteil des Abbaus erledigt, am Montag deutete nichts mehr auf das Fest hin. Doch das Erlebte wird den Menschen im Gedächtnis bleiben und die Gemeinschaft positiv prägen, davon ist Anke Braun überzeugt. „Ein Fest für alle, das sich jeder leisten können soll, das war und ist unser Ziel.“


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Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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