Achternholt Hans Haak schien eine Ahnung von der heutigen Zeit zu haben. 1966 sprach er über zwar segensreiche Technik, die Menschen zusammenführe. Doch die „Vermassung berge die Gefahr in sich, daß der Mensch seine Seele verliere und die Beziehungen der Menschen untereinander oberflächlich würden“, schrieb die NWZ  damals über Haaks Rede in Teebkens Gasthof. Die Lösung sei eine Gemeinschaft, bei der „keine finanziellen und geschäftlichen Interessen zugrund lägen“. Es war der Aufruf zur Gründung der Dorfgemeinschaft Achternholt am 11. November 1966, also vor genau 50 Jahren.

Bereits im Sommer 1966 wurden die Weichen dafür gestellt. Der Grundgedanke war, für das Dorf einen Weg zu finden, die bisher von Einzelnen übernommenen Arbeiten durch eine Dorfgemeinschaft weiterzuführen. „In der Einladung dazu vom November 1966 hieß es: „Wir möchten einen Weg finden, um durch einen Zusammenschluss aller Dorfbewohner die gemeinsamen dörflichen Interessen zu fördern und erwarten daher, dass jeder Haushalt in der Versammlung vertreten ist.“

Die Dorfbewohner Hermann Vahlenkamp, Diedrich Martens, Georg Martens, Hermann Schmidt, Heino Oetjen, Hermann Lüschen, Bruno Heinje, Heinrich Jochheck, Werner Speckmann, Hans Haak, Walter Meyer und Wilhelm Heidkämper waren die Ideengeber dazu. Lediglich Speckmann ist aus dieser Riege der einzige noch Lebende. Der vitale Achternholter nimmt mit seinen 88 Jahren aber immer noch aktiv am Dorfgeschehen teil.

Der Vorstand mit dem Vorsitzenden Bruno Heinje beschloss in der ersten Versammlung einen Mitgliedsbeitrag von 50 Pfennig. 47 Mitglieder wurden sofort aufgenommen. Kernpunkte wie das Pflegen des Ehrenmals und das Aufräumen wilder Müllkippen gehörten zu den ersten Aufgaben. Die Gemeinschaft wurde aber auch als politisches Gewicht genutzt. So berichtete die NWZ  am 27. Januar 1967 von einer Resolution der Dorfgemeinschaft. Sie forderte den Bau eines Rad- und Fußweges zwischen Achternholt und Oberlethe.

Nach und nach wuchs die Dorfgemeinschaft mit ihren Mitgliedern. Nach drei Jahren beteiligte sich Achternholt das erste Mal am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Bald gehörten der Laternenumzug, Grillfeste, Ausflüge und Radtouren zu den festen Bestandteilen des Dorflebens. Aber auch der Anschluss an den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband oder die Errichtung einer Telefonzelle sowie die Erdgasversorgung waren wichtige Meilensteine.

Auch die neue Generation der Dorfgemeinschaft Achternholt mit der Vorsitzenden Mareike Horstmann wahrt die selben Interessen, die die Gründungsmitglieder von damals als Vision hatten. Sie sieht sich als Sprachrohr der Einwohner und will etwas bewegen nach dem Motto: Stillstand heißt Rückschritt.

Gefeiert wird das besondere Jubiläum auf dem legendären Dorfgemeinschaftsball am Samstag, 26. November, ab 19 Uhr im Achternholter Krug. Das Team der Dorfgemeinschaft hat sich im Jubiläumsjahr für diesen Abend natürlich ein besonders buntes Programm ausgedacht.

Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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