Bookholzberg Nein, das hatte Thomas Schleiken „nicht auf dem Schirm“. Eine handfeste Überraschung sei der Anruf gewesen, der ihn vor drei Wochen erreichte: Der Verein Baltic Blues, Veranstalter und Förderer von Musikfesten in Deutschland und im baltischen Raum, hat den Bookholzberger für die „German Blues Awards“ nominiert. Schleiken geht in der Kategorie „Solo/Duo“ mit vier weiteren deutschen Künstlern ins Rennen, darunter der „lebenden Blues-Legende“ Abi Wallenstein.

Wie er zu der Nominierung kam? Schleiken zuckt die Schulter. Das wisse er nicht. Allerdings ist der Bookholzberger in der Szene längst kein Unbekannter mehr – aktuell kommt er auf etwa 50 Auftritte im Jahr, überwiegend in Deutschland, aber (durch die Freundschaft mit Blues-Musiker Alwin Schönberger) auch in Österreich.

Aber von Anfang an. 16 Jahre alt war der gebürtige Niederrheiner Thomas Schleiken, als er vom Klavier zur Gitarre wechselte. Als Autodidakt entwickelte er sein Spiel weiter, mit großem Spaß am Fingerstyle (dabei werden die Saiten mit den einzelnen Fingern der Anschlaghand angeschlagen). „Bluesige“ Musik von Led Zeppelin (etwa aus der Feder von Willie Dixon) oder den Stones – das war seine Sache.

Ab 1986 spielte Schlei-ken in der Band „She Cargo“. Deren Name sei eine Hommage – und zwar keineswegs an die Jazzrocker von Chicago, sondern an einen gleichnamigen Song der Liverpooler Band „Juke“.

In den folgenden Jahren stand die geliebte Gitarre mitunter ungenutzt in der Ecke – bis Schleiken im Jahr 2007 in Bookholzberg baute. Am neuen Wohnort vermisste er „seine“ Musik, Folk und Blues. Also schob er eine Konzertreihe im Schwarzen Ross an, „Folk-Blues & more“. Das Konzept: Schleiken lädt Musiker ein und gestaltet mit ihnen gemeinsam den Abend. Mittlerweile seien rund 30 Einzelveranstaltungen zusammengekommen, schätzt er.

Ab 2009 reicherte der Bookholzberger die Reihe mit einem Bonbon an – ab jetzt gab es den „Akustik-Herbst“. Und 2012 kam eine ganz neue Reihe hinzu – „Blue Monday“.

Logisch, dass es Schleiken auch reizte, als Solist auf die Bühne zu steigen. Einen erster Auftritt hatte er 2008 – „in Worpswede, bei einem Konzert von Steve Westaway“. Früher, so sagt der 47-Jährige heute, habe er überwiegend Klassiker gespielt, wenig Eigenes. „Heute ist es umgekehrt.“ Denn wie andere Leute Tagebücher schreiben, „schreibe ich Lieder“.

Seine Musik, so sagt der Bookholzberger, habe ihre Wurzeln im Folk und im Blues. Sie sei geprägt vom eher leichten Piedmont-Stil, erzählt kleine Geschichten, die das Leben schreibt. Schleiken, so sagte es Blues-Professor David Evans einmal, verbinde eine raue Stimme mit lieblichem Gitarrenspiel.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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