Sandkrug Timo Kreis ist nicht mal halb so alt wie seine Mitsänger im Sandkruger Kirchenchor. Doch wenn der 23-Jährige die Hand für den Einsatz hebt, hört alles auf sein Kommando. Für Kreis, geboren und aufgewachsen in Walsrode, ist diese Situation noch sehr neu. In dieser Woche hielt er zum ersten Mal in seiner Funktion als offizieller neuer Leiter des Singkreises (Kirchenchor der ev. Gemeinde) eine Chorprobe im Albert-Schweitzer-Haus.

Bislang nur ein Mann

Kreis ist ein Wunschkandidat der Kirchengemeinde und ihres Chores. Der 23-Jährige, der zurzeit in Oldenburg lebt und an der Uni evangelische Religion und Musik auf Lehramt studiert, hatte sich zuvor in einem Auswahlverfahren vorgestellt, bei dem neben Kreiskantor Thorsten Ahlrichs und Pastor Hansjörg Hochartz auch die Sänger selbst ein Mitspracherecht hatten. Der Oldenburger Lehramtsstudent war über einen Aushang am „Schwarzen Brett“ der Uni, den Musikerin Katharina Adam für die Kirche dort angebracht hatte, auf die freie Stelle aufmerksam geworden.

„Ich ahnte, dass der Chor fast nur aus Frauen besteht – ein typisches Phänomen“, erzählt er. In der Tat trägt zurzeit nur ein einzelner Mann zum tieferen Tonspektrum bei. Wichtig ist das bei der Auswahl der Stücke. „Für reine Frauenchöre gibt es im kirchlichen Bereich deutlich weniger Kompositionen“, sagt der Chorleiter. Einer seiner größten Wünsche – und die Hoffnung der Kirchengemeinde – ist deshalb für die Zukunft, dass sich weitere Sänger, aber natürlich auch Sängerinnen jeden Alters melden, die einen Neuanfang wagen möchten. Vorkenntnisse seien nicht nötig.

Erstes neues Stück, das der 23-Jährige mit dem Chor erarbeiten möchte, ist die Komposition „Red, Red Rose“ von Stefan Kalmer (geboren 1955). Der Text stammt aus dem 18. Jahrhundert – eine interessante Mischung, die „peppig und schwungvoll klingt, sehr rhythmisch und mit Klängen, die man so nicht erwartet“, wie der Chorleiter es beschreibt.

Für Timo Kreis begann das Musizieren als „großes Hobby“ und ist es bis heute geblieben. Darüber hinaus hat er an der Uni Oldenburg aber auch zwei Semester Chorleitung bei Johannes von Hoff studiert und damit sein theoretisches Rüstzeug erheblich erweitert. Praktische Erfahrung bringt er als langjähriger Sänger u.a. im Kammerchor und in der Kantorei Walsrode sowie im Uni-Chor mit.

Sonntag in der Kirche

Über’s Keyboard kam er in früher Jugend zum Klavierspielen und später auch zur Orgel. Nach und nach wuchs so sein musikalisches Spektrum. Zuhause ist er für viele Spielarten offen: „Das kann ältere Kirchenmusik sein, Klassik, besonders schätze ich Klaviermusik und Jazz“, verrät er. Aber auch gegen Pop, wie er im Radio häufig gespielt wird, habe er nichts einzuwenden. Die Chorleiterstelle, für Kreis die erste, ist unbefristet. Für ihn selbst, der im letzten Semester des Masterstudiums ist, entscheidet sich dann im Januar 2020, wo das Referendariat ihn hin verschlägt. Wenn er in der Nähe bleibe, würde er den Chor gerne weiterleiten, betont er.

Stellt sich die Frage, wann der Kirchenchor zum ersten Mal wieder auftreten wird? „Die Zeit bis Ostern ist leider viel zu knapp“, bedauert der junge Mann. Ein „richtiges Konzert“ werde es deshalb erst zur Weihnachtszeit geben. „Vorher treten wir aber immer wieder mal in den Gottesdiensten in der Kreuzkirche auf“, kündigt er schon einmal an. Wer Timo Kreis allein an der Orgel hören möchte, kann dies bereits am kommenden Sonntag, 31. März, 10 Uhr, denn der Lehramtsstudent hat auch die vakante Orgelstelle in Sandkrug übernommen. Die Predigt hält Pastorin Kerstin Hochartz.  Die Chorproben finden montags ab 20 Uhr im Saal des Albert-Schweitzer-Hauses (ev. Gemeindehaus), Bahnhofstraße 14 in Sandkrug, statt. Parkmöglichkeiten sind neben der Kreuzkirche ausreichend vorhanden. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Wer möchte, kann aber gern den Chorleiter per Mail kontaktieren (timo.kreis@t-online.de).

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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