Sandhatten „Auch im Alter von 125 Jahren bekommen wir noch etwas auf die Reihe.“ Dieter Suhrkamp, Vorsitzender des Gemischten Chores Sandhatten, sagt das ganz ruhig, es klingt gar nicht trotzig. Anlass ist eine kleine Feier, mit der der Chor sein Jubiläum auf dem Hof Suhrkamp feiert. Fast alle der 20 noch aktiven Sänger sind gekommen, auch ein paar Förderer wie Uwe Hollmann. „Unser aktivstes, passives Mitglied“ wie Suhrkamp ihn begrüßt.

Vor 25 Jahren, im Juni 1994, war die Feier allerdings noch deutlich größer. Ein Festzelt für 1000 Personen stand gegenüber der Gaststätte, viele Chöre kamen zum parallel ausgerichteten Bundessängerfest ins beschauliche Sandhatten. Diesmal ist es immerhin der Vorstand des Sängerbundes Concordia, der als Gast und mit einem Geschenk gekommen ist: einer Urkunde zum 125-jährigen Bestehen und einem Gutschein für Noten – denn die sind ganz schön teuer, wie Burghard Oltmann, kommissarischer Vorsitzender des Sängerbundes, verrät. Gemeinsam mit dem Concordia- Ehrenvorsitzenden Jonny Seeger und Kassenführer Heinz Lüschen überbringt er die Glückwünsche der anderen Chöre.

125 Jahre gemeinsame Geschichte laden zu einem Rückblick ein. Es sind bemerkenswerte Daten, an die Dieter Suhrkamp erinnern kann. Wie sich 1894 damals im Dorf ein Männerchor bildete, „weil es ja nicht mal ein Radio gab“ und nach der Arbeit Musik etwas Zerstreuung bringen sollte. Wie die Idee damals genau heranreifte, ist nicht überliefert. Sollte es Aufzeichnungen gegeben haben, so haben sie die beiden Weltkriege nicht überdauert.

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Gesichert ist allerdings, dass 1904 das erste Bundessängerfest mit acht Chören in Sandhatten stattfand. Dies wiederholte sich in regelmäßigen Abständen. Protokolle gibt es dagegen von der ersten Generalversammlung am 15. Oktober 1956, damals mit Liedervater Georg Barkemeyer, Schriftführer Johannes Hollmann und Kassenwart Heinrich Backhus.

Zu Spitzenzeiten zählte der Männerchor 50 kräftige Stimmen, doch der Mitgliederschwund sorgte zum Ende des Jahrhunderts für Veränderungen. Die ersten Frauen seien als fördernde Mitglieder in Erscheinung getreten, erinnert Suhrkamp. Die „große Wende“ kam im Jahr 2008: aus dem reinen Männergesangverein wurde ein gemischter Chor. „Einige hatten beim ersten öffentlichen Auftritt in Hengstlage ganz schön wackelige Knie“, so ein Augenzeuge. Völlig unnötig: Der Auftritt wurde ein großer Erfolg.

Dass die Frauenstimmen dem Chor auch musikalisch gut tun, wird auf der Feierstunde deutlich. Aus dem geplanten Dankeschön-Ständchen für die Gäste erwuchs fast schon ein kleines Konzert. Soviel Beifall gibt es, dass immer noch ein Lied drangehängt wird. Den Spaß am Singen, das wird klar, lassen sich die Sandhatter nicht nehmen.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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