KIRCHHATTEN Figuren mit Masken stellten Menschentypen dar. Danach gab’s Lieder zum Schmunzeln und Nachdenken.

Von Peter Biel KIRCHHATTEN - Waldo Bleeker ist Straßenmusikant der Gruppe „Raps und Tröte“ und Projektbetreuer der integrativen Maskentheater-Gruppe Expresso. So lag es nahe, dass er im Rahmen der Hatter Kulturwochen am Sonntagabend im Rathaussaal Kirchhatten beide Gruppen vorstellte.

Überrascht wurde das Publikum zunächst von geheimnisvollen Figuren mit überdimensionalen Köpfen, die nach und nach schweigend hinter dem Vorhang hervorkamen und sich um die Tische eines Straßencafes gruppierten. Aus dem Lautsprecher ertönte leise Wiener Kaffeehaus-Musik.

Der alte Fischer, die aufgetakelte Boutiquen-Besitzerin, der Musiker aus Mexiko mit Heimweh, die überdrehte Köchin, der Kartoffelbauer vom Stammtisch, die junge Künstlerin an der Staffelei, der Postbote, der unbeholfen seine Briefe und Päckchen sortierte, ein Mathematik-Professor und Streiche spielende Kinder – sie alle beherrschten wortlos die Szene und sprachen dennoch deutlich durch ihre eindrucksvollen Gesten.

Wie Bleeker erklärte, hatten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Landkreis Oldenburg an zwei Wochenenden im Haus Sannum in Huntlosen getroffen und in einem von der „Aktion Mensch“ unterstützten Projekt verschiedene Masken gefertigt. An zwei weiteren Wochenenden wurde ein Theaterstück einstudiert. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, und die Akteure wurden mit großem Applaus für ihren Auftritt belohnt.

Mit Liedern und Gedichten nahm das Quartett „Raps und Tröte“ sein Publikum auf eine Reise durch das Alltagsleben. Mal wurde von einem Mann berichtet, der gerade in Deutschland angekommen war und nicht wusste, wohin er gehen könnte. Ein anderes Lied beschrieb die Revolte von Schaufensterpuppen oder schilderte die Situation eines Maulwurfs, der mit seinen 50 Kindern gegen die Zerstörung seiner Behausung kämpft.

In den Gesangstücken und internationalen Instrumentaltänzen stand das Thema Frieden, das Lachen und Weinen der Menschen und die Sehnsucht nach Freiheit im Mittelpunkt. Nachdenklich stimmte der McDonald’s-Rap, Schmunzeln ließ die Geschichte von „Frau Liselotte Meyer aus Berlin“ und erheiternd waren Lieder wie „Stanislaus, die Fledermaus“ oder die „Acht Pinguine auf dem Eis“. Von makaber (Rüdiger, der kleine Vampir), unterhaltsam (Auf’m Patt in die Stadt in Ostfriesenplatt), informativ (Rio Grande) oder kulturell (Polkaweisen und jüdischer Hochzeitswalzer) erfreute die Zuschauer ein breites musikalisches Repertoire. Mit der Parodie über das Alltagsjammern und dem „Schnecken-Blues“ als Zugabe beendeten die Musikanten das Programm.

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