GANDERKESEE Der Rasen macht Herbert Klug Sorgen. In seinem Vorgarten will das Gras nicht richtig wachsen, es gibt kahle Stellen. Schuld hat die Linde nebenan, vermutet der 74-jährige Klug. Sie raubt dem Rasen der Sorte Berliner-Tierpark Licht und Wasser. Nur gut, dass sich während der NWZ -Gartenwochen ein Profi des Gartens annimmt.

„Ich lese die NWZ  schon seit 1965“, sagt Klug. „Als ich von der Gartenaktion las, habe ich mich gleich beworben.“ Das Problem mit dem Rasen hatte er zwar schon länger, aber auf die Idee, sich „Tipps vom Fachmann zu holen“, kam er erst nun, als er von der Aktion erfuhr.

Der Fachmann kommt in Gestalt von Jürgen Schröder von Schröder & Meyer Garten- und Landschaftsbau. Die Linde kann auch er nicht in Schutz nehmen. Dafür saugt sie zu viel Wasser und nimmt zu viel Licht. Ein Griff in die Grashalme verrät ihm: „Im Vorgarten wächst derzeit nur eine besonders zähe Rasenart.“ Diese halte den Garten zwar stabil und komme ohne viele Nährstoffe aus, dafür ist sie aber auch für die kahlen Stellen im Rasen verantwortlich. „In diesem Fall empfehle ich, zu düngen und neue Gräser auszusäen.“ Einen neuen Rollrasen brauche es erst dann, wenn die kahlen Stellen sich nicht wieder schließen. „Als Nachsaat für den Rasen empfehle ich Spiel- und Sportrasen. Der ist genügsam und belastbar. Ein einfacher Reparaturrasen reicht aber auch.“

Der Grund für die kahlen Stellen könnten aber auch Tipula-Larven sein, die in den Wurzeln des Rasens leben. Sie sorgen dafür, dass sich die Grassoden ohne großen Widerstand aus dem Boden lösen lassen. Ein weiterer Hinweis auf die Schädlinge sind strohige oder kahle Stellen im Rasen. Außerdem werden von den Larven Vögel angelockt. Auf der Suche nach Essen hacken sie dann mit ihren Schnäbeln Löcher in den ohnehin schon geplagten Rasen.

Unter den Begriff Tipula-Larven fallen die Insektenlarven der Tipuloide. Das sind verschiedene Arten der Schnake, zum Beispiel der Wiesenschnake. Allein in Deutschland gibt es über 140 Arten davon.

Die Larven werden in der Regel nicht vor Anfang Mai aktiv. „Ab dann kann man sie auch einfach nachweisen und der Plage mit einem biologischen Mittel Herr werden“, erklärt NWZ -Gartenprofi Schröder. Dieses treibt die Larven an die Oberfläche, sehr zur Freude der Vögel.

Maximilian Müller Volontär / NWZ-Redaktion
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