KIRCHHATTEN KIRCHHATTEN/PB - Mit besonderem Stolz wird seit fast 100 Jahren die ehrwürdige Vereinsfahne des Schützenvereins Hatten von den Fahnenträgern bei allen festlichen Veranstaltungen vorangetragen. Auch bei Bestattungen von Vereinsmitgliedern ist es Tradition, dass der Verein mit einer Abordnung den Trauerzug begleitet. Jetzt führte eine Aufforderung von Pfarrer Jürgen Menzel an die Fahnenträger des Schützenvereins und der Freiwilligen Feuerwehr, ihre Fahnen anlässlich des Gottesdienstes zum Volkstrauertag am 19. November nicht wie seit Jahrzehnten gewohnt im Altarraum zu platzieren, sondern im Vorraum der St.-Ansgari-Kirche abzustellen, zu Missstimmungen bei beiden betroffenen Organisationen. „Das gab es noch nie!“ stellten Schützenvereinsvorsitzender Udo Hilmer und Ortsbrandmeister Klaus Engelbart fest und bekundeten in einem gemeinsamen verfassten Schreiben an Menzel vom 20. November ihr Unverständnis und baten ihn um Darlegung seiner Beweggründe.

Ein klärendes Gespräch, um das gebeten wurde, fand am Donnerstagabend gemeinsam mit Vertretern der Munderloher Schützen im Feuerwehrhaus in Kirchhatten statt. Menzel verlas anfangs ein Schreiben, in dem er seine Position darlegte und um die seiner Meinung nach in unzutreffender Weise in Umlauf gebrachten Äußerungen von Hatter Bürgern zu korrigieren. Er legte dar, dass er es ausdrücklich begrüßen würde, wenn die Vereine, auch in ihren Uniformen, am Gottesdienst teilnehmen, um Gott zu loben und zu danken. Die Fahnen der Vereine hätten jedoch im liturgischen Ablauf des Gottesdienstes selbst keine Funktion und sollten deshalb auch nicht im Altarraum präsentiert werden. Er unterstrich seine Entscheidung mit einer entsprechenden Anordnung vom 6. Februar 1952, die er im Wortlaut des Oberkirchenrates für die ev.-luth. Kirche in Oldenburg vortrug, nach der Fahnen weltlicher Vereine im Gotteshaus unerwünscht seien.

Von Vereinsseite wurde kritisiert, dass dieser Beschluss wohl nicht mehr zeitgemäß sei und sicherlich auf missbräuchliche politische Verwendung in der Vergangenheit zurückzuführen sei. Im heutigen Vereinsleben habe die Fahne jedoch einen bedeutenden symbolischen Wert, der seit vielen Jahrzehnten geachtet und von vier Pastoren zuvor in der Hatter Kirche geduldet worden sei.

Auch das Thema der Begleitung von Trauerzügen durch die Vereine wurde besprochen. Hier wurde schnell ein Kompromiss dahingehend gefunden, dass bei Bestattungen der Verein mit Fahnenabordnung dem Sarg vorangehen kann, wenn ein kirchliches Symbol in Form eines Kruzifixes an der Spitze des Zuges getragen wird. Daraufhin wurde dann auch der Vorschlag gemacht, eine Trauerbekundung des Vereins mit der Senkung der Fahne über dem Sarg des Verstorbenen in der Kirche durchführen zu können, solange die offizielle kirchliche Amtshandlung noch nicht begonnen habe.

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