Ostrittrum Eine Tauffeier auf einem Bauernhof. Gäste gehen vor dem Haus spazieren. Einer Frau fällt beim Herumschreiten am Neubau des Hofes ein alter schwarzer Fensterpfosten auf. Warum ist der dort verbaut? Eine Antwort weiß der Großvater. Im Rahmen dieser Szenerie entspinnen sich unheimliche Begebenheiten, niedergeschrieben 1842 in der Novelle von Jeremias Gotthelf.

Ein literarischer Stoff, den Schauspieler, Sprecher und Sänger Christian Bormann vor einigen Jahren schon einmal in einer Lesung seinem Publikum im Heimatort bot. Damals mit Erfolg, an den der Wahl-Dötlinger unter freiem Himmel auf dem Hof Schweers von Gitte und Monika Grashorn in Ostrittrum nun anknüpfen wollte. Eine Veranstaltung mit rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörern, die Platz in den mit Abstand aufgestellten Stuhlreihen fanden. Eigentlich hätte an dem Tag im Landhotel Dötlingen das Ersatzkonzert „Herz auf der Zunge“ stattfinden sollen, aber das ließen die Begrenzungen durch die Corona-Pandemie noch nicht zu.

In der Novelle geht es um leibeigene Bauern, die einen Pakt mit dem Teufel schließen. Es entwickelt sich die unendliche Geschichte zwischen Gut und Böse.

Bormann tauchte tief in diese Begebenheiten ein: In der szenischen Lesung nutzte er dafür Gesang, Geräuschkulissen und einen festlich gedeckten Essenstisch vor dem Dieleneingang des Hofs Schweers – jedoch war es keine leichte Literaturkost. „Für uns heutige Menschen vor dem Hintergrund vieler politischer und menschengemachter Katastrophen kann der sprachgewaltige Stoff, den Jeremias Gotthelf in mittelalterlichen Pestzeiten ansiedelt, durchaus als Metapher verstanden werden, als Diskussionsgrundlage und zur Betrachtung dienen“, erklärte Bormann. „Auf Anhieb wird man dabei nicht mit den angebotenen Lösungen einverstanden sein müssen. Doch das macht den Reiz aus.“

Neben Szenenapplaus kam der Lohn für die fast andert­halbstündige Lesung mit großem Applaus zum Ende. Und auch die herumgereichte Suppenkumme füllte sich mit Barem. Eintritt wurde nicht verlangt. Stattdessen bat Bormann um eine Spende.

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