Ostrittrum Wer hustet, dem könnte wohl in Zeiten der Corona-Krise unterstellt werden, er hätte sich das Virus eingefangen. Im Gedicht von Hans-Werner Aschoff sucht ein besorgter Mann den Arzt auf. „Der Arzt sagt, er wäre nicht krank – sein Raucherhusten, Gott sei Dank!“ Dieses und ein weiteres Gedicht, das sich mit dem Virus beschäftigt, trug Aschoff während des „Poetischen Frühstücks“ am Sonntagmorgen im Hof Schweers in Ostrittrum vor.

Der Dichter, der hauptberuflich Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Oldenburg ist, vermutete, dass die 65 Zuhörer froh seien, wenn es nicht ständig um Corona gehe. Und so trug er „zuversichtliche Verzweiflungsgedichte im Prozess des Älterwerdens“ vor. Darunter ging es um einen Igel, auf den fiel vom „Dach ein, ein ziemlich schwerer Ziegelstein“.

Das „Poetische Frühstück“, das zum ersten Mal auf dem Hof Schweers ausgerichtet wurde, sollte ursprünglich vor der Scheune unter der Linde stattfinden. Wegen des drohenden Regens ging es kurzerhand in die festlich geschmückte Scheune, wo die Gäste bei Kaffee und Brötchen den Gedichten aus Aschoffs Veröffentlichungen „Fake Poetry“ (2017 erschienen) und „Take Poetry“ (2019) lauschen konnten. Auch Verse aus „Make Poetry“ waren zu hören. „Das Buch gibt es aber noch nicht. Und ich weiß auch nicht, ob es überhaupt erscheint“, so Aschoff.

Mit Mund-Nasen-Masken begaben sich die Gäste zu den Tischen, die in Gruppen zusammenstellt wurden. Im Eingang stand Desinfektionsmittel bereit. Dass er seine Gedichte nicht draußen, sondern drinnen vortrug, störte Aschoff nicht. Im Gegenteil: „Ich finde es toll hier, eine wunderbare Location.“ Er dankte Monika Grashorn, dass sie ihn gefragt hatte, ob er die Lesung geben möchte, dass Tochter Gitte das „wirtschaftliche Risiko“ einging – und dass er viele bekannte Gesichter sah, gehöre er doch eher zu den schüchternen Menschen.

Lampenfieber habe er sonst nicht, dieses Mal aber schon etwas, gab er kurz vor Veranstaltungsbeginn zu. Dieses dürfte aber während seines Auftritts schnell verflogen sein: Die „Verzweiflungsgedichte“ sorgten im Publikum für reichlich Lacher.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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